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Stresstest-Ergebnis : Griechische Banken brauchen bis zu 14 Milliarden Euro

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Die National Bank of Greece ist eine der vier großen griechischen Banken, deren Bilanzen von der EZB überprüft worden sind. Bild: AFP

Wie viel Kapital fehlt den großen griechischen Banken zum Überleben? Die EZB hat ihre Bilanzen geprüft und getestet. Bis Geld dafür fließt, muss Athen aber noch einige Reformen auf den Weg bringen.

          Die vier größten Banken Griechenlands kommen mit den für sie maximal vorgesehenen Milliarden im neuen Rettungsprogramm aus. Das geht aus einem Stresstest hervor, den die unter dem Dach der Europäischen Zentralbank angesiedelte Bankenaufsicht durchgeführt hat. Die Alpha Bank, Eurobank, National Bank of Greece (NBG) und Piraeus Bank brauchen demnach je nach Stress-Szenario im schlechtesten Fall zusammen bis zu 14,4 Milliarden Euro, teilte die EZB an diesem Samstag in Frankfurt mit.

          Sie überprüfte die Vermögenswerte und Bilanzen der Banken. Dann simulierte sie, wie sich deren Werte entwickeln, wenn sich die griechische Wirtschaft von heute aus gesehen sehr schlecht entwickelt - wenn die griechische Wertschöpfung um 6 Prozent bis Ende 2017 schrumpfen sollte. Im Standard-Szenario ergaben die Stresstests eine Kapitallücke von gut 4 Milliarden Euro.

          Was passiert mit den faulen Krediten?

          Der nun mitgeteilte Kapitalbedarf fällt in etwa so hoch aus wie zuletzt erwartet. Die Summe ist durch das dritte Hilfspaket für das klamme Land gedeckt: Insgesamt bis zu 25 Milliarden Euro haben die übrigen Euroländer dafür einkalkuliert - der nun durch die Stresstest ermittelte Bedarf liegt also deutlich darunter.

          Zunächst sollen die Banken aber ihre Eigentümer heranziehen. Nicht klar ist bislang, wie viel Kapital sie beispielsweise durch die Ausgabe neuer Aktien einsammeln können oder indem sie spezielle Anleihen umwandeln und zu Eigenkapital machen. Generell halten Fachleute allerdings für wahrscheinlich, dass dadurch eher ein kleiner Milliardenbetrag zustande kommen könnte. Davon wird abhängen, wie viel Geld aus dem Rettungspaket dazukommt.

          Die Bankenaufsicht hat den griechischen Instituten nun bis Freitag der kommenden Woche (6. November) Zeit gegeben, um ihre Pläne zur Deckung des Kapitalbedarfs zu veröffentlichen. Damit Geld aus dem Euro-Rettungsfonds ESM an die Banken fließen kann, muss die griechische Regierung allerdings noch eine Reihe von Reformen umsetzen und insbesondere ein Gesetz zur Sanierung der Banken auf den Weg bringen. Dies soll dem Vernehmen nach an diesem Samstag geschehen.

          Ein wichtiger Streitpunkt zwischen der Linksregierung in Athen und den Gläubigern auch die Frage, wie leicht künftig die Wohnungen geräumt werden können von säumigen Schuldnern. Die Gläubiger erhoffen sich davon, dass die Banken dann notleidende Kredite leichter aus ihren Bilanzen bekommen - indem sie sie verkaufen. Die griechische Regierung sorgt sich darum, dass möglicherweise viele Griechen auf der Straße landen, wenn das zu einfach geht. Als wahrscheinlich gilt, dass sich beide Seiten schließlich auf einen Kompromiss einigen dahingehende, das zum Beispiel bestimmte Grenzen wir etwa 100.000 Euro pro Eigentümer festgesetzt werden für die Möglichkeit zu einer Zwangsräumung.

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