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Schuldenkrise : Marathonverhandlungen ohne Ergebnis in Athen

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Am Sonntag demonstrierten Gewerkschaftler vor dem Parlament in Athen gegen die hohe Arbeitslosigkeit. Bild: Reuters

Damit Griechenland frisches Geld von seinen Gläubigern erhält, muss es Reformen liefern. Es geht um Rentenkürzungen und Steuererhöhungen. Die nächtliche Krisensitzung endete ohne Ergebnis.

          Die Verhandlungen Athens mit den Gläubigern gestalten sich sehr schwierig und haben die ganze Nacht bis zum frühen Montagmorgen gedauert. Der griechische Finanzminister Euklid Tsakalotos verließ am Morgen sichtbar ermüdet den Verhandlungsort. Er sagte nichts zum Verlauf der Verhandlungen. Wie das staatliche Fernsehen berichtete, sollen die Verhandlungen am Montagnachmittag fortgesetzt werden.

          Die Lage sei so kompliziert, dass sogar der Gouverneur der Notenbank (Bank of Greece), Ioannis Stournaras, in der Nacht gerufen wurde, um an den Verhandlungen teilzunehmen. Stournaras verließ den Verhandlungsort nach etwa zwei Stunden, ohne zu sagen, wie es weiter gehen soll.

          Dem Vernehmen nach gibt es noch große Differenzen zwischen Athen und den Gläubigern über die genauen Maßnahmen, die zu Einsparungen in Höhe von 5,4 Milliarden Euro führen könnten. Es geht um Rentenkürzungen, Erhöhungen von Steuern und indirekte Steuern sowie die sogenannten „faulen Kredite“ die mittlerweile die 100 Milliarden Euro überstiegen haben sollen.

          Im Sommer 2015 hatten die Institutionen ein drittes Hilfspaket für Griechenland mit einem Volumen von bis zu 86 Milliarden Euro geschnürt. Ohne eine Einigung der Gläubiger mit Athen kann kein Geld in die Kassen in Athen fließen. Griechenland muss im Juli 3,5 Milliarden Euro an den IWF und die EU zurückzahlen und muss zudem bisher unbezahlte Rechnungen begleichen.

          Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hatte sich zuversichtlich über eine Lösung des Reformstreits zwischen Griechenland und seinen internationalen Geldgebern gezeigt. „Wir werden auch diesmal eine Lösung finden", sagte der CDU-Politiker am Sonntag in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin. Diese werde aber nicht in einem Schuldenerlass bestehen, "sondern dass Griechenland auf dem Weg zu einer wettbewerbsfähigeren Wirtschaft mehr leisten muss."

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