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Schuldenkrise : Lagarde schließt Grexit nicht aus

Christine Lagarde Bild: Ullstein

Der Internationale Währungsfonds schließt ein Ausscheiden Griechenlands aus dem Euroraum ausdrücklich nicht mehr aus. Im Gespräch mit der F.A.Z. sendet IWF-Chefin Lagarde auch eine klare Botschaft für den Fall, dass die Eurostaaten Athen unbedingt im Euro halten wollen.

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          Der Internationale Währungsfonds (IWF) schließt ein Ausscheiden Griechenlands aus dem Euroraum ausdrücklich nicht mehr aus. „Niemand wünscht den Europäern einen Grexit“, sagte die Geschäftsführende Direktorin des Fonds, Christine Lagarde, im Gespräch mit dieser Zeitung am Rande des G-7-Finanzministertreffens in Dresden. Die Verhandlungen seien kein Spaziergang, aber der IWF sei auch nicht naiv.

          Kerstin Schwenn
          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.
          Werner Mussler
          Wirtschaftskorrespondent in Brüssel.

          Die Äußerungen der IWF-Direktorin belegen die wachsende Ungeduld der Gläubiger mit Athen. Lagarde widersprach griechischen Äußerungen, wonach die Verhandlungen mit den „Institutionen“ – das sind neben dem IWF die EU-Kommission und die Europäische Zentralbank – kurz vor dem Abschluss stünden. „Es ist sehr unwahrscheinlich, dass wir in den nächsten Tagen eine umfassende Lösung erreichen werden“, sagte Lagarde. Nachdem es aus Athen vor zehn Tagen positive Signale gegeben habe, „waren wir in der vergangenen Woche dann wieder ernüchtert“. Es sei noch „ein weites Feld zu beackern“.

          Angesichts des drohenden griechischen Staatsbankrotts schloss die IWF-Direktorin die Auszahlung weiterer Kredite des Fonds ohne den Abschluss einer sauberen Reformvereinbarung aus. „Wir haben Regeln, wir haben Prinzipien. Es darf keine halbgare Programmüberprüfung geben.“ Diese Überprüfung gehe „nicht im Hauruck-Verfahren“. Damit ist eine reguläre Auszahlung der noch vorhandenen Kredite bis zum Ende des Hilfsprogramm der Euro-Staaten bis Ende Juni praktisch ausgeschlossen. Denn diese setzt eine Vereinbarung aller drei „Institutionen“ mit Athen voraus; erst danach könnten die zuständigen Gremien der Gläubiger die noch vorhandenen Kredite von insgesamt 7,2 Milliarden Euro freigeben.

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          Lagarde machte deutlich, dass sie die Verantwortung für den Verbleib Griechenlands in der Währungsunion nicht beim IWF sieht. Wenn die Europäer eine in den kommenden Wochen drohende Staatspleite vermeiden wollten, müssten sie selbst Vorkehrungen treffen. Wenn die Voraussetzungen erfüllt seien, könnten die Euro-Staaten und die EZB den Griechen „ein wenig Luft zum Atmen geben“.

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