https://www.faz.net/-gqu-7hkzv

Schuldenkrise : Griechenland will Krise in sechs Jahren hinter sich lassen

  • Aktualisiert am

Milliardenkredite haben Griechenland bislang vor dem Bankrott bewahrt Bild: dapd

Nicht Jahrzehnte oder mehrere Generationen - Ministerpräsident Samaras rechnet damit, dass Griechenland bereits in sechs Jahren zum Lebensstandard vor Krisenbeginn zurückkehrt.

          1 Min.

          Griechenlands Ministerpräsident Antonis Samaras rechnet damit, dass sein Land binnen sechs Jahren  wieder das Niveau vor der Finanz- und Wirtschaftskrise erreicht. „Wir sind aus den Schwierigkeiten noch nicht heraus, es gibt noch  Probleme zu lösen“, sagte Samaras am Montag in der Hauptstadt  Athen.

          „Den meisten Experten zufolge“ werde es aber „weder Jahrzehnte noch mehrere Generationen, sondern nur sechs Jahre  dauern“, bis das Land die Wirtschaftskraft und den Lebensstandard  von vor dem Beginn der Krise wieder erreiche.

          Unterdessen steht die griechische Regierung vor einer großen Streikwelle wegen der geplanten Entlassungen im staatlichen Bereich. Zu Wochenbeginn hat ein fünftägiger Streik der Gymnasiallehrer begonnen. Auch die Lehrer der Volksschulen legten am Montag für drei Stunden die Arbeit nieder. Die Bediensteten der Renten- und Krankenkassen starteten einen fünftägigen Streik. Die Ärzte behandeln in staatlichen Krankenhäusern nur Notfälle.

          Unter dem Druck der internationalen Geldgeber will die Regierung in Athen 15.000 Staatsbedienstete bis Ende 2014 entlassen. Weitere 25.000 Staatsdiener sollen in die sogenannte Mobilitätsreserve wechseln. Sie müssen im kommenden Jahr mit dem Verlust ihrer Arbeitsplätze rechnen, sollte im Staatsapparat keine andere Stelle für sie gefunden werden.

          Am Mittwoch und Donnerstag wollen alle Staatsbediensteten für 48 Stunden streiken. Ihre Gewerkschaft (ADEDY) hat dazu aufgerufen. Die Ärzte in staatlichen Krankenhäusern wollen von Dienstag an und für drei Tage nur Notfälle behandeln. Die Arbeitskämpfe werden allen Anzeichen nach keine Auswirkungen auf den Bereich Tourismus haben. Das oppositionelle Bündnis der radikalen Linken (Syriza) rief am Wochenende die Bürger auf, mit Streiks die Koalitionsregierung der Konservativen und Sozialisten zu stürzen.

          Griechenland steckt seit dem Jahr 2008 in der Rezession. Mit  Milliardenkrediten wurde das Land vor dem Staatsbankrott bewahrt.  Im Gegenzug verpflichteten die Gläubiger aus Europäischer Union,  Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds die  Regierung zu massiven Einsparungen im Staatshaushalt, wogegen es in  der Bevölkerung großen Widerstand gibt.

          Weitere Themen

          Preisrekorde gefährden Green Deal

          Energie : Preisrekorde gefährden Green Deal

          Strom und Gas sind so teuer wie lange nicht. Für die EU-Kommission kommt das zur Unzeit – und einige Länder haben schon Notfallpläne verabschiedet.

          Topmeldungen

          Hans-Georg Maaßen trifft Thilo Sarrazin (r), früheres SPD-Mitglied und Politiker, bei einer Wahlkampfveranstaltung im Saal Simson des Congress Centrum Suhl.

          Maaßen und Sarrazin : Wahlkampf der alten Männer

          In Suhl diskutiert CDU-Kandidat Hans-Georg Maaßen mit dem früheren SPD-Mitglied Thilo Sarrazin. Dabei geht es weniger um Inhalte und vielmehr um die persönliche Kränkung der beiden.
          SPD-Dynastie: Familie Siebel im „stadtbauraum“, einer Veranstaltungsstätte  am früheren Kohleschacht Oberschuir in Gelsenkirchen.

          Politische Prägung : Wählen wie die Eltern

          Welcher Partei wir bei einer Wahl unsere Stimme geben, hängt auch mit der Prägung durch das Elternhaus zusammen. Oder gerade nicht? Drei Ortsbesuche.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.