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Schuldenkrise : 20 Milliarden Euro mehr für Griechenland?

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Wie weit sind die Verhandlungen mit Griechenland fortgeschritten? In der Eurogruppe heißt es, eine Einigung über mehr Zeit für Athen sei noch nicht erreicht. Bild: dapd

Widersprüchliche Meldungen über neue Hilfen für Griechenland sorgen für Wirbel: Am Mittwoch verkündete Athen eine Einigung, doch die EU widersprach. Nun gibt es eine Spekulation, was mehr Zeit für Griechenland kosten würde.

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          Griechenland soll einem Zeitungsbericht zufolge zusätzliche Finanzhilfen seiner Europartner von 16 bis 20 Milliarden Euro erhalten. Die Finanzminister würden darüber voraussichtlich am 12. November beschließen, berichtete das „Handelsblatt“ am Donnertag unter Berufung auf einen ranghohen Vertreter der Eurozone. Nötig würden die Zusatzhilfen, weil das Land zum Erreichen seiner Haushaltsziele länger als bislang geplant benötige. In jedem Fall wolle die Eurozone Griechenland noch einmal den Schuldendienst erleichtern durch eine weitere Senkung des Zinssatzes und durch Laufzeitverlängerungen für Kredite.

          Bild: dpa

          „Für ein drittes Paket kann ich keine Mehrheiten sehen“

          Der FDP-Haushaltsexperte Otto Fricke äußerte Zweifel an dem Bericht. Er habe jedenfalls von neuen Krediten an Griechenland nichts gehört, sagte er dem RBB InfoRadio. „Es gibt immer wieder schöne neue Theorien.“ Zudem bedürften alle neuen Programme und Hilfen einer Mehrheit im Deutschen Bundestag. „Für ein drittes Paket für Griechenland kann ich keine Mehrheiten sehen“, sagte Fricke. Für neue Hilfen, wie sie in dem Bericht beschrieben werden, sehe er keinerlei Chancen. Gehe es um kleinere Änderungen bei den Fristen von bestehenden Kreditprogrammen, dann müsse man sich das genauer anschauen.

          Bild: dpa

          Keine Grundlage sieht Fricke auch für Äußerungen des griechischen Finanzministers Yannis Stournaras, nach denen dem Land inzwischen eine Fristverlängerung für das Erreichen seiner Reform- und Sparziele gewährt worden sein soll.

          Bild: dpa

          Noch immer unklar ist, ob bald die nächste Hilfstranche aus dem zweiten Griechenland-Programm von mehr als 30 Milliarden Euro freigegeben werden kann. Der entscheidende Bericht der Troika aus EZB, EU-Kommission und IWF über die Entwicklung in dem Land wird seit vielen Wochen immer wieder verschoben. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hatte am Mittwochabend nochmals erklärt, Bedingung für die Freigabe des Geldes sei die Erfüllung der Reform- und Sparzusagen des Landes.

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