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Ratingagentur S&P findet : Ein „Grexit“ wäre nicht mehr so gefährlich

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Eine griechische Euromünze neben einer Münze von 20 Drachmen. Bild: dpa

Wenn Griechenland jetzt wirklich den Euro verlässt - wie gefährlich wäre das für die anderen Staaten? Die Ratingagentur Standard & Poor’s hat eine neue Einschätzung.

          Ein Austritt Griechenlands aus der Eurozone wäre zum jetzigen Zeitpunkt nach Ansicht der Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) für die anderen Mitglieder der Eurozone finanziell weniger riskant als noch 2012.

          Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem hatte Griechenland ein Ultimatum bis Freitag gesetzt, um das Hilfsprogramm zu verlängern. Am Donnerstag schickte Griechenland einen Antrag auf neue Kredite nach Brüssel - allerdings ohne dabei den Reformauflagen zuzustimmen, die Teil des Hilfsprogramms sind. Deutschland hat den Antrag bereits abgelehnt. Damit wird ein Euro-Ausstieg Griechenlands (“Grexit“) wieder etwas wahrscheinlicher.

          Griechenland sei heute weniger mit den internationalen Finanzmärkten verflochten als vor drei Jahren, analysiert die Ratingagentur: Während 2009 internationale Geldhäuser noch mit etwa 250 Milliarden Euro im griechischen Markt aktiv waren, waren es im September 2014 noch 77 Miliarden Dollar - etwas mehr als ein Drittel.

          „Die Rettungsarchitektur der Eurozone ist robuster, verglichen mit 2012 und dem damals drohenden Austritt Griechenlands aus der Eurozone“, sagte Moritz Kraemer, Kreditanalyst bei der Agentur S&P. Es gebe keine direkte Ansteckungsgefahr für andere Euro-Länder. Falls Griechenland den Euro verlassen würde, könnte der Rettungsfonds „ESM“ die übrigen Staaten finanziell unterstützen.

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