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Sanktionen : Russland will Lebensmittelembargo für Griechenland lockern

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Zufrieden mit sich: der griechische Ministerpräsident Tsipras am Mittwoch bei seinem Besuch beim russischen Präsidenten Putin Bild: dpa

Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras besucht Moskau und hofft auf Erleichterungen für sein Land. Eine scheint er erreicht zu haben: Russland will seinen Importstopp für Obst aus dem Westen lockern - aber wohl nur für die Griechen.

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          Die russische Regierung will ihr Lebensmittelembargo für Griechenland lockern, das in einer tiefen Schuldenkrise steckt. „Die Regierungschefs beider Länder werden am Donnerstag dahingehende russische Vorschläge erörtern“, sagte Wirtschaftsminister Alexej Uljukajew am Mittwoch in Moskau der Agentur Tass zufolge.

          Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras hält sich noch bis Donnerstag in Russland auf. Athen hatte zuvor Moskau gebeten, Lebensmittel wieder auf dem Markt des Riesenreichs zuzulassen. Der Import etwa von Pfirsichen, Erdbeeren und Milchprodukten war 2014 als Reaktion auf EU-Sanktionen gestoppt worden. Daraufhin brach der Handel zwischen beiden Ländern um 40 Prozent ein.

          Putin: Handel wiederbeleben

          Außerdem soll der russische Präsident Wladimir Putin Tsipras angeboten haben, den Handel zwischen beiden Ländern wiederzubeleben. Es gehe darum, das frühere Wachstumstempo wiederherzustellen, sagte Putin nach Angaben der Agentur Interfax am Mittwoch zum Auftakt eines Treffens mit Tsipras.

          Auch haben die Russen angeboten, einen möglichen Kreditantrag der Griechen zu prüfen. Offiziell hat Athen bei Moskau aber bisher nicht nach Geld gefragt. Von dem EU-Mitglied verlautete, es wolle das Schuldenproblem mit Brüssel lösen. Die Russen verlangen bei Finanzhilfen zudem Sicherheiten.

          Die griechische Regierung erhofft sich außerdem Rabatte für Gaslieferungen. Der griechische Energieminister Panagiotis Lafazanis hat russische Firmen zusätzlich dazu aufgefordert, sich an der Ausschreibung für die Öl- und Gasförderung zu beteiligen. Moskau wiederum hat ein Interesse daran, dass sich Athen an der geplanten Gas-Pipeline Turkish Stream beteiligt. Die Leitung soll durch das Schwarze Meer und auf türkischem Festland bis an die griechische Grenze verlegt werden. Zudem hat die russische Staatsbahn RZD ein Auge auf die Bahngesellschaft TrainOSE sowie griechische Häfen geworfen.

          Millionen russischer Touristen in Griechenland

          Zu guter Letzt lieben die Russen Urlaub in Griechenland. Mehr als eine Million Touristen aus dem Riesenreich erholen sich auf den griechischen Inseln. Athen will alles dafür tun, diese Zahlen zu erhöhen. Die Russen hoffen etwa auf Erleichterungen bei der Vergabe von Visa.

          Mit Blick auf das bevorstehende Osterfest der orthodoxen Christen an diesem Wochenende betonte Putin, dass Russen und Griechen gemeinsame „geistige Wurzeln” hätten. Tsipras hatte vor seinem Treffen mit Putin einen Kranz am „Grabmal des unbekannten Soldaten“ niedergelegt. In einem Interview mit russischen Medien erinnerte er an den gemeinsamen Kampf von Russen und Griechen gegen die Faschisten im Zweiten Weltkrieg.

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