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100 Millionen : Griechenland will Entschädigung für Schmiergelder

  • -Aktualisiert am

Um diese Hubschrauber geht es unter anderem: Der NH90 von Airbus über der Athener Akropolis. Bild: Reuters

Deutsche Hersteller sicherten sich den griechischen Markt für ihre Waffen. Laut einem Zeitungsbericht will die Regierung dafür jetzt 100 Millionen Euro Entschädigung.

          Die Dokumente stammen aus den 90ern: Deutsche Rüstungskonzerne hätten Schmiergelder in Millionenhöhe bezahlt, um sich griechische Aufträge zu sichern. Die Rüstungsausgaben in Griechenland stiegen, im vergangenen Jahrzehnt waren sie gemessen an der Wirtschaftsleistung sogar die höchsten in Europa.

          Doch die Akten kamen ans Licht, seitdem beschäftigen sie zahlreiche deutsche Gerichte. So gab es in einem Fall des Rüstungskonzerns Rheinmetall im Dezember ein Urteil. Die Bremer Tochtergesellschaft des Waffenherstellers wurde wegen Schmiergeldzahlungen zu einer Strafe von 37 Millionen Euro verurteilt. Die Konzernführung bekannte sich zu den Bestechungen: „Bei Rheinmetall sind Fehler gemacht worden, dafür stehen wir gerade“, sagte Vorstandschef Armin Papperger damals.

          Der griechische Verteidigungsminister Panos Kammenos.

          Jetzt will Griechenland möglicherweise ebenfalls Geld. Die Bild-Zeitung“ zitiert aus Dokumenten des Verteidigungsministeriums, denen zufolge die Regierung mehr als 100 Millionen Euro Entschädigung von den Unternehmen verlangt.

          Vor einigen Tagen hatte der griechische Verteidigungsminister Panos Kammenos von der rechts-nationalen Partei der „Unabhängigen Griechen“ gefragt: „Warum müssen korrupte deutsche Unternehmen Millionenstrafen für Korruption immer nur in Deutschland bezahlen, aber nicht hier in Griechenland?“

          Konkret geht es nicht nur um den bekannten U-Boot-Verkauf der Firmen Rheinmetall und Atlas Elektronik, sondern auch um den Kauf von 20 Eurocopter-Hubschraubern. Bei diesem Kauf sollen 41 Millionen Euro Schwarzgeld geflossen sei. Hinter Eurocopter steht heute der Airbus-Konzern. Von dort hieß es am Montagabend, dass das Unternehmen die Vorwürfe zurückweise: Die Anschuldigungen seien unbegründet und rufschädigend.

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