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Presseschau in Hellas : „Vorsicht... Eisberg“

  • Aktualisiert am

Im griechischen Parlament hat jetzt Alexis Tsipras die Mehrheit. Bild: AP

Die wichtigsten Kommentatoren in Griechenland äußern sich besorgt: So benimmt sich kein Regierungschef, nun kommen die „15 Tages des Feuers“, schreiben sie. Aber nicht alle. Ein Blick durch die Zeitungen.

          Der größte Teil der Athener Presse hat am Sonntag mit Ratschlägen, Warnungen an die neue Links-Rechts-Regierung unter Alexis Tsipras, aber auch mit Besorgnis reagiert, dass die Finanzkrise des Landes eskalieren könnte. Ein Grund dafür war ein Disput vor versammelter Presse zwischen dem neuen griechischen Finanzminister Gianis Vakoufakis und Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem am Freitagabend. Varoufakis kündigte an, sein Land werde nicht mehr mit den Troika-Kontrolleuren zusammenarbeiten. Kurz danach und am gestrigen Samstag haben sich dann sowohl er selbst als auch der griechische Regierungschef Alexis Tsipras deutlich konstruktiver geäußert.

          „Vorsicht... Eisberg“, titelte beispielsweise die konservative Zeitung „Eleftheros Typos“. Die neue Links-Rechts-Regierung habe binnen wenigen Tagen nach der Machtübernahme ein „explosives Klima“ in den Beziehungen zu den anderen Euro-Partnern erzeugt, was große Gefahren für das Land berge.

          So benimmt sich kein Regierungschef

          Die Traditions-Zeitung der politischen Mitte „To Vima“ titelte dagegen etwas optimistischer: „Streit vor dem Kompromiss“. Regierungschef Tsipras präsentiere seine Maximalforderungen in einer Art „Krieg mit der Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem restlichen konservativen Europa“, hieß es. Griechenland stehe auf Messers Schneide, und wenn Tsipras’ Politik nicht aufgehe, könnte es zu einer Katastrophe kommen. Die Herausforderung sei nun, „mit geeigneten Bewegungen“ dies abzuwenden, schreibt die Zeitung.

          Die Zeitung „I Avgi“ der nun regierenden Linkspartei Syriza titelt: „Das Volk stützt (die Regierung) bei den Verhandlungen“. Nach einer in der Zeitung veröffentlichten Umfrage finden knapp 70 Prozent der Befragten die ersten Maßnahmen des Alexis Tsipras im Zusammenhang mit der Finanzkrise und dem Stopp des Sparprogramms gut. Griechenlands Ziel bleibe ein neues Abkommen über die Schulden des Landes ohne die „Troika“ der Geldgeber, die die Regierung in Griechenland praktisch ersetzt hätte.

          Das Massenblatt „Realnews“ schätzt, die nächsten zwei Wochen dürften von entscheidender Bedeutung für Griechenland sein. „Die 15 Tage des Feuers“, lautet der Tenor. Bis zur nächsten Sitzung der Eurogruppe am 16. Februar werde es harte Verhandlungen im „Hardrock“- Stil geben.

          Die konservative Traditionszeitung „Kathimerini“ erkennt eine Kollision Griechenlands mit der Eurozone. Die Verhandlungen mit den anderen Euroländern müssten schnell zu einem Ergebnis führen. Anderenfalls würden alle Fortschritte der vergangenen Jahren zunichte gemacht. Die jüngsten Streitigkeiten seien angemessen „für einen Oppositionsführer, nicht aber für einen Regierungschef“.

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