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Schuldenkrise : Portugal: Keine Sonderbehandlung für Griechenland

  • Aktualisiert am

Der portugiesische Wirtschaftsminister Antonio Pires de Lima Bild: Picture-Alliance

Portugal hat harte Jahre hinter sich. Und warnt nun vor einer Sonderbehandlung Griechenlands im Kampf gegen die Schuldenkrise. Das Land müsse seinen Verpflichtungen gegenüber den Euro-Partnern nachkommen, sagte Wirtschaftsminister Pires de Lima.

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          Portugal warnt vor einer Sonderbehandlung Griechenlands im Kampf gegen die Schuldenkrise. Das Land müsse seinen Verpflichtungen gegenüber den Euro-Partnern genauso nachkommen wie Portugal, sagte der portugiesische Wirtschaftsminister Antonio Pires de Lima in Lissabon. Sein Land habe harte Jahre des Sparens hinter sich. Die heimische Regierung habe sich für einen Weg entschieden, „der nicht der einfachste war“, um Glaubwürdigkeit zurückzuerlangen und auf den Wachstumspfad zurückzukehren. „Das ist auch unsere Einstellung zur Situation in anderen Ländern“, sagte der Minister.

          Athen müsse sich an die Spielregeln der Euro-Mitgliedsstaaten halten. Eine Neuverhandlung über die Schulden Griechenlands schloss Pires de Lima aus. Ein Ansteckungsrisiko durch die griechische Schuldenkrise sehe er nicht. „Das Projekt der Einheitswährung ist nicht gefährdet“, sagte er. „Am Ende des Tages ist Griechenland Herr über sein eigenes Schicksal.“

          Ohne weitere Hilfen der Euro-Partner droht den Griechen ein baldiger Bankrott. Die neue Regierung hat das laufende Hilfsprogramm faktisch für beendet erklärt. Die mit den Euro-Partnern und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) vereinbarten Reformauflagen lehnt sie wegen der damit verbundenen sozialen Härten großteils ab. Um Zeit zur Entwicklung eines neuen Ansatzes zur Lösung der Schuldenkrise zu gewinnen, strebt sie ein Überbrückungsprogramm bis Ende Mai an.

          Auf dem Höhepunkt der Schuldenkrise hatten viele Analysten Portugal mit Griechenland verglichen und nicht daran geglaubt, dass das Portugal die Folgen verdauen könnte. Doch das Land verließ 2014 das Rettungsprogramm seiner Euro-Partner und des IWF. Portugal gelang es, das Vertrauen der Investoren am Kapitalmarkt zurückzugewinnen.

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