https://www.faz.net/-gqu-89xvp

Ohne EU-Hilfe : National Bank of Greece will Kapitallücken schließen

  • Aktualisiert am

Die National Bank of Greece in Athen Bild: AFP

Durch die Herausgabe neuer Aktien in Höhe von 4,6 Milliarden Euro will die Bank ihre Löcher ohne Zuschüsse durch die EU stopfen. Griechenland hofft außerdem auf risikobereite, ausländische Investoren.

          Die größte griechische Bank National Bank of Greece (NBG) will die von der EZB attestierte Kapitallücke über 4,6 Milliarden Euro möglichst ohne weitere Hilfen der EU schließen. So plant die Bank die Ausgabe neuer Aktien für bis zu 4,6 Milliarden Euro, wie aus einer in Athen veröffentlichten Pflichtmitteilung des Instituts hervorgeht. Die Aktionäre sollen dem Vorhaben bei einer außerordentlichen Hauptversammlung am 17. November zustimmen.

          Angesichts des aktuellen Börsenwerts von rund 1,8 Milliarden Euro erscheint es unwahrscheinlich, dass durch den Verkauf neuer Anteile die gesamten 4,6 Milliarden Euro eingesammelt werden können - ein Erlös in Milliardenhöhe erscheint aber möglich. Die Bank hatte zudem in der Woche angekündigt, sich von ihrem Geschäft in der Türkei trennen zu wollen. Das könnte weitere Milliarden Euro bringen. Außerdem sollen Wandelanleihen in Eigenkapital gewandelt werden, was die Kapitaldecke weiter aufpolstert.

          Sollte es der Bank gelingen, die 4,6 Milliarden Euro bei Investoren einzusammeln oder durch Verkäufe aufzutreiben, bräuchte sie keine weiteren Hilfen aus dem dritten insgesamt bis zu 85 Milliarden Euro schweren Hilfspaket der EU für das angeschlagene Land. Für die Banken, die vor allem unter einem großen Berg an faulen Krediten und dem Einlagen-Abzug von Sparern leiden, sind dabei bis zu 25 Milliarden Euro reserviert.

          Gute Chancen für ausländische Investoren

          Derzeit sieht es aber danach aus, dass die Banken bei weitem nicht das Geld benötigen. Das Hilfspaket würde sich dementsprechend verringern. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte vergangenen Samstag bei den vier größten Banken des Landes einen Kapitalbedarf von bis zu 14,4 Milliarden Euro festgestellt.

          Neben der NBG zählen die Alpha Bank, die Eurobank und die Piraeus Bank zu den vier Häusern, die einen Großteil des griechischen Bankensektors abdecken. Sie haben bis Ende des Jahres Zeit, die Lücken zu schließen. Sie hatten im Laufe der Wochen bereits ähnliche Maßnahmen wie die NBG angekündigt.

          Experten sehen gute Chancen, dass vor allem risikobereite ausländische Investoren Kapital zuschießen und damit zumindest einen Teil des Bedarfs decken. Sie wittern nach den heftigen Einbrüchen der Kurse griechischer Bankaktien die Chance auf hohe Gewinne.

          So hatten sich zuletzt US-Hedgefonds und andere Investoren bei der Ausgabe neuer Aktien oder Schuldtitel beteiligt - bisher allerdings im eher kleineren Umfang. Bei der NBG zum Beispiel ist nach dem griechischen Staat, der rund 57 Prozent der Aktien hält, die US-Beteiligungsgesellschaft Blackrock mit 2,55 Prozent beteiligt. Auch andere ausländische Fonds und Großanleger halten Anteile.

          Weitere Themen

          Ölpreis auf Vier-Monats-Hoch Video-Seite öffnen

          Nach Drohnen-Angriff : Ölpreis auf Vier-Monats-Hoch

          Die Anschläge auf die Raffinerien in Saudi-Arabien haben den Ölpreis in die Höhe getrieben. Nun droht ein zusätzlicher Dämpfer für die Weltwirtschaft.

          Persönliche Daten aller Ecuadorianer standen im Internet

          Datenbank entdeckt : Persönliche Daten aller Ecuadorianer standen im Internet

          Wer einen Wohnsitz in Ecuador hat, sollte jetzt wahrscheinlich umziehen. Denn eine Datenbank mit Namen und Adressen offenbar aller Bewohner des Landes stand offen im Internet. Auch über einen Prominenten Asylbewerber des Landes waren Informationen einsehbar.

          Topmeldungen

          Brexit-Treffen : Johnson blitzt bei Juncker ab

          Der britische Premierminister Johnson hatte Zuversicht verbreitet, doch neue Ideen legte er in Luxemburg wieder nicht vor. Sein Gespräch mit EU-Kommissionschef Juncker blieb ohne Durchbruch.
          Haus an Haus: Bisweilen liegen Wunsch und Wirklichkeit zumindest räumlich sehr nah.

          Hohe Immobilienpreise : Vom Traumhaus zur Realität

          Die Suche nach Immobilien bringt immer mehr Stress mit sich. Doch vom freistehenden Einfamilienhaus träumen die meisten Deutschen. Und ein Eigenheim hat viele Vorteile.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.