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Griechische Schuldenkrise : Nicht mehr Geld, aber länger?

  • Aktualisiert am

Griechische Demonstranten vor dem Parlamentsgebäude. Bild: dpa

Griechenlands Finanzminister ringt mit den anderen Eurostaaten um das Hilfsprogramm. Im Februar droht das Geld auszugehen, wenn es keine neuen Kredite gibt. Jetzt kommen Gerüchte über einen Kompromissvorschlag auf.

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          Kurz vor einer neuen Verhandlungsrunde zwischen Griechenland und den anderen Euro-Staaten haben Experten der beteiligten Staaten möglicherweise einen Kompromissvorschlag erarbeitet, der die Griechenland-Krise erst einmal mildern soll.

          Griechenland droht Ende Februar das Geld auszugehen, wenn es keine neuen Kredite bekommt. Doch seit im Januar eine neue Regierung gewählt wurde, fordert Griechenland Erleichterungen in Sachen Reformauflagen. Am Freitag gab es eine erste symbolische Einigung: Die Reformkontrolleure von EU-Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds heißen künftig nicht mehr „Troika“, sondern „die Institutionen“ - und sie prüfen nicht mehr in Athen, sondern in Brüssel.

          Der neue Kompromiss, der nach Informationen aus dem griechischen Finanzministerium erst auf Arbeitsgruppen-Ebene geschlossen worden ist, sieht folgendes vor: Die Geldgeber sollen sich bereiterklären, die restliche Tranche der Finanzhilfe für Griechenland in Höhe von 7,2 Milliarden Euro auszuzahlen - allerdings nicht wie vorgesehen bis Ende Februar, sondern in kleineren Beträgen über die kommenden Monate. Gleichzeitig soll Athen Zeit bekommen, um die eigenen Ziele in Sachen Konsolidierung der Wirtschaft und weitere Reformen anzupacken. Das könnte mehrere Monate dauern.

          Die „Institutionen“ sollen weiterhin prüfen, ob Griechenland die Sparmaßnahmen einhält.

          Frankreich signalisiert Kompromissbereitschaft

          Frankreichs Finanzminister Michel Sapin sagte vor Beginn der Beratungen, dass eine Verlängerung des bestehenden Programms der realistischste Weg sei, „um mehr Zeit für Verhandlungen zu ermöglichen“. Ähnlich äußerte sich EU-Kommissar Valdis Dombrovskis. Die Ausweitung könnte ein paar Monate bis ein halbes Jahr lang sein, ergänzte Dombrovskis. Die griechische Regierung müsse nun signalisieren, dass sie zu einem solchen Schritt bereit sei.

          Zur Stunde suchen die Euro-Finanzminister einen Kompromiss im Streit mit der neuen Regierung in Athen um Schulden und Sparauflagen. Vor dem Treffen der Eurogruppe am Montag in Brüssel waren die Erwartungen an beide Seiten hoch: Sowohl Griechenlands Regierung als auch die internationalen Geldgeber stehen unter enormen Zeitdruck, denn Ende Februar läuft das Rettungsprogramm für Athen aus.

          Eurogroup : Schäuble vor dem Finanzministertreffen

          Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hatte vor dem Treffen noch pessimistisch geklungen. „Viele wissen nicht, was die Griechen wollen“, sagte er. „Wissen Sie das?“. Am Morgen hatte er die Griechen für ihre Regierung bedauert, weil sie sich „ziemlich verantwortungslos“ verhalte.

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