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Kommentar : Statt Bank lieber Gold

  • -Aktualisiert am

Während die Politiker sich noch in Pokerspielen üben, stimmen die griechischen Sparer schonmal mit den Füßen ab.

          Gibt es einen „Plan B“ zur Rettung Griechenlands? Oder ist das nur ein weiterer Wunschtraum der neuen Regierung in Athen? Die Ankündigung des neuen griechischen Verteidigungsministers Kammenos, wenn Deutschland nicht nachgebe, könne das Geld auch aus Amerika, Russland oder China kommen, muss man nicht als Drohung empfinden. Doch ob die Vereinigten Staaten oder Russland wirklich geneigt sind, die griechischen Schuldenberge mit Krediten weiter aufzustocken?

          Während Kammenos den starken Mann markiert, werden seine Landsleute zunehmend schwach. Nun stimmen auch die Kleinsparer mit den Händen ab. Schier unaufhörlich ziehen Griechen ihr Erspartes von den Konten ab und investieren anderweitig, weil sie den Verlust oder eine Entwertung ihrer Ersparnisse befürchten. Mittlerweile liegen die in Hellas verbliebenen Bankeinlagen mit nur noch 147 Milliarden Euro griechischen Zeitungen zufolge kaum höher als beim Tiefststand 2012.

          Damals brachten vor allem vermögende Griechen extrem viel Geld außer Landes. Jetzt sucht der normale Sparer nach einem Fluchtort für seine Notgroschen. Den findet er nicht in der Bank, sondern im glänzenden Gold.

          Thomas Klemm

          Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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