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Griechenland : Solange die EZB zahlt

  • -Aktualisiert am

Der Tempel des Poseidon Bild: dapd

Der Ton aus Griechenland in Richtung seiner Gläubiger wird immer schriller – und immer persönlicher. Der neue Haudrauf ist die Europäische Zentralbank. Doch die holt weiter die Kastanien aus dem Feuer. Egal, zu welchem Preis. Ein Kommentar.

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          Die Nerven liegen blank. Der Ton aus Griechenland in Richtung seiner Gläubiger wird immer schriller - und immer persönlicher. Während der griechische Botschafter sich in Berlin über den Bundesfinanzminister beschwert, beschimpft sein angeblich beleidigter griechischer Amtskollege die letzte Finanzquelle, die Hellas gegenwärtig noch über Wasser hält, die Europäische Zentralbank.

          Mal droht Athen mit Flüchtlingsströmen, mal mit einer Flut von Dschihadisten, dann werden Reparationsforderungen aus der Versenkung geholt oder mit Enteignungen gedroht. Aus gutem Grund reagiert Berlin gelassen auf diese ebenso unverschämten wie hohlen Drohungen. Die zahlreichen und deutlichen Warnungen an Athen aus Spanien, Portugal, dem Baltikum, den Niederlanden, Finnland oder Österreich sind wichtig, weil sie den irreführenden Eindruck korrigieren, es handle sich um einen Streit zwischen Berlin und Athen. Das Spiel mit dem Berliner Sündenbock geht nicht mehr.

          Der neue Haudrauf für die neue Athener Regierung ist die EZB. Die ist darob so verunsichert, dass sie am liebsten den Bezug ihres 1,3 Milliarden Euro teuren Protzbaus gar nicht mehr feiern mag. Außerdem fühlt sie sich ungerecht behandelt. Schließlich sorgt sie derzeit allein dafür, dass in Athen die Beamten noch ihr Gehalt bekommen. Während der Chef der griechischen Arbeitslosenversicherung sich weigert, der Notenbank seines Landes Geld zu überweisen, weil er so klug ist, einem insolventen Staat keinen Kredit mehr geben zu wollen, erhöht die EZB fast täglich den Notkreditrahmen für Hellas und schaut zu, wie die Notenbank in Athen immer dreister den Staat finanziert.

          Im geldpolitischen Rat der EZB werden Kritiker wie die Notenbankpräsidenten aus Deutschland, den Niederlanden oder dem Baltikum routiniert überstimmt. Ins Bild passt, dass deren Warnung vor der inzwischen salonfähigen, aber eigentlich verbotenen monetären Staatsfinanzierung kaum noch ein Politiker hören mag.

          Ist es Zufall, dass diese Kritik in der veröffentlichten Meinung ebenfalls kein Gehör mehr findet? Seelenruhig schauen die „Rettungseuropäer“ zu, wie die EZB die Kastanien aus dem Feuer holt - egal, zu welchem Preis. Inzwischen findet Frankreichs Staatspräsident Hollande die Weichwährung Euro sogar öffentlich richtig gut. Na, dann geht an der Börse die Party wohl weiter.

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