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Schuldenkrise : Euro-Überhöhung

  • -Aktualisiert am

Athen zeigt anderen Ländern nicht nur im übertragenen Sinne den Stinkefinger. Die Eurozone muss daher entscheiden, wann sie endlich wieder zurück will zu einer Gemeinschaft des Rechts, in der Verträge etwas gelten.

          Jetzt wird schon vor dem Dritten Weltkrieg gewarnt, sollte Griechenland „versehentlich“ aus dem Euro ausscheiden. Auch der Erste Weltkrieg sei „das Resultat von Missverständnissen, Unfällen und dummen Telefonaten“ gewesen, sagt EU-Ratspräsident Donald Tusk. Anstatt so zu tun, als ließe sich Putins Russland von der Eurozone beeindrucken, sollte Brüssel lieber nach seinem Anteil an der Eskalation in der Ukraine fragen.

          Auch die Warnung vor einer angeblichen Kettenreaktion mit Portugal und Spanien als nächste „Opfer“ ist Panikmache.

          An den Märkten steht allein Hellas im Risiko, der Renditeabstand anderer Krisenländer sinkt Richtung null. Ein „Grexit“ verbreitet keinen Schrecken mehr – ganz im Gegenteil. Weil Athen nicht nur im übertragenen Sinne den Stinkefinger zeigt und statt zu sparen lieber das Steuergeld anderer Länder ausgeben will, muss sich die Eurozone entscheiden: Wird sie zu einer Transferunion, aus der die frechsten Erpresser das meiste rausholen?

          Oder will sie zurück zu einer Gemeinschaft des Rechts, in der Verträge wieder etwas gelten? Die politische Überhöhung des Euro führt in die Irre. Der Euro ist eine Währung, nicht das Ende der Geschichte.

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