https://www.faz.net/-gqu-84tz6

Kommentar : Die Grünen und der Grexit

  • -Aktualisiert am

Die griechische Links-rechts-Regierung Tsipras hat in Deutschland einen weiteren unverbrüchlichen Verbündeten neben der Linkspartei: die Grünen. Deren Angst vor dem Grexit ist blauäugig.

          1 Min.

          Die radikale Links-rechts-Regierung Tsipras kann mit ihren Gläubigern umspringen, wie sie will, in Deutschland hat sie - neben der Linkspartei - einen unverbrüchlichen Verbündeten: die Grünen. Einen „Grexit“, das Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro, schließen die Grünen kategorisch aus. Selbst Merkels weiche Vorgabe „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg“ geht ihnen zu weit.

          Die Grünen wollen den Griechen notfalls auch helfen, wenn deren Regierung keinen (Reform-)Willen zeigt. Das Risiko, dass ein Grexit den Euroraum destabilisiere, sei viel zu groß, sagt Parteichef Cem Özdemir. In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung hat er daher unlängst vorgeschlagen, für Griechenland und andere finanzschwache Euroländer einen Finanzausgleich einzuführen, nach dem Muster des deutschen Länderfinanzausgleichs.

          Das grüne Ideal ist die europäische Transferunion, auch wenn die Partei das in diesen Tagen nicht offensiv propagiert. Denn selbst eine Transferunion braucht Regeln, die verhindern, dass die Solidarität ausgenutzt wird. Was aber, wenn eine Regierung, wie die von Tsipras, nur nach eigenen Regeln spielt? Die Grünen sind blauäugig, wenn sie den Grexit um jeden Preis verhindern wollen.

          Heike Göbel

          Verantwortliche Redakteurin für Wirtschaftspolitik, zuständig für „Die Ordnung der Wirtschaft“.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Bahn-Chef Richard Lutz (rechts) und der bisherige Finanzvorstand Alexander Doll

          Führungschaos bei der Bahn : Höchste Eisenbahn

          Zuletzt hatte es noch Hoffnung geben, die Bahn könnte ihre Probleme hinter sich lassen. Doch nun tobt ein Führungschaos in der Chefetage. Das erste Opfer: Finanzvorstand Alexander Doll. Aber der eigentliche Skandal liegt woanders.

          Parteitag der Grünen : Alles scheint möglich

          Die Grünen profitieren enorm von der Debatte über den Klimaschutz. Auf ihrem Parteitag in Bielefeld wollen sie sich inhaltlich trotzdem weiter öffnen. Und eine Frage schwebt über allem: Wird es einen grünen Kanzlerkandidaten geben?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.