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Kommentar : Berlin braucht Athen

  • -Aktualisiert am

In Griechenland geht es an die Rentenreform – und ein Generalstreik steht bevor. Alexis Tsipras wird mit der Troika zäh feilschen. Doch seine Karten sind gut.

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          Lange nichts mehr von Griechenland gehört? Das dürfte sich in dieser Woche ändern. Aus Protest vor allem gegen die seit langem geplante Rentenreform soll ein Generalstreik das Land lahmlegen. Diese zentrale Reform wurde aufgeschoben, weil sie besonders heikel ist.

          Das Sparen am Rentensystem ist für viele der privilegierten Berufs- und Interessengruppen eine Zumutung. Wie seine Vorgänger hat sich auch Regierungschef Alexis Tsipras davor lange gedrückt. Nun muss er widerwillig liefern, was er versprochen hatte, um frisches Geld zu bekommen. Denn die Kassen in Athen sind weiterhin leer, auch weil mit den bisherigen Tranchen aus dem dritten Hilfsprogramm für Griechenland nur fällige Kredite an den Währungsfonds und die Europäische Zentralbank zurückgezahlt wurden.

          Dem Streik wird ein zähes Feilschen mit der Troika folgen. Die Eckpunkte der Rentenreform sind eine Erhöhung des derzeit deutlich unter dem EU-Durchschnitt liegenden Renteneintrittsalters und eine Senkung der bei rund 80 Prozent liegenden Lohnersatzquote für Rentner. So notwendig die Rentenreform ist, so gut sind Tsipras‘ Karten im Poker. Denn Berlin ist in der Flüchtlingskrise auf Athen angewiesen.

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