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Kommentar : Athen ohne Opposition

  • -Aktualisiert am

Griechenland hat zwar eine neue Regierung, doch die Politik erneuert sich kaum. Auch die Opposition taugt nicht als Ersatz-Regierung. Das ist ein Problem.

          Was immer Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras und sein derzeitiger Finanzminister Giannis Varoufakis sagen, um die Deutschen, die nordeuropäischen oder die im Westen liegenden Mitglieder der Währungsunion gegen sich aufzubringen: Zu Griechenlands Drama gehört auch, dass die Athener Politik kaum Anzeichen für eine Erneuerung bietet.

          Die von Tsipras geführte Linksbewegung Syriza und seine rechtsnationalen Koalitionspartner betreiben eine Rückkehr in die Vergangenheit, als der griechische Staat, seine Kasse und seine Unternehmen die Beute von Parteien oder deren Klientel darstellten.

          Umso wichtiger wäre es, dass Griechenlands Opposition ihre Aufgabe ernst nehmen würde. In den Ländern mit funktionierenden demokratischen Institutionen stellt die Opposition eine Reserveregierung dar. Nicht in Griechenland.

          Der gescheiterte Ministerpräsident Antonis Samaras klammert sich an den Sessel des konservativen Parteivorsitzenden, obwohl er zwei Wahlen verloren hat und einmal nur mangels Alternative gewählt wurde. Nun wäre die Stunde der Blairs und Renzis griechischer Provenienz. Wenn es die nicht gibt, droht Griechenland nach einem Scheitern von Tsipras der Zusammenbruch.

          Tobias Piller

          Wirtschaftskorrespondent für Italien und Griechenland mit Sitz in Rom.

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