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Griechenland : IWF zieht Mitarbeiter über Ostern wieder aus Athen ab

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IWF-Chefin Christine Lagarde Bild: AFP

Der internationale Währungsfonds hält die Gespräche mit Griechenland derzeit für unproduktiv. IWF-Chefin Lagarde hat laut einem Medienbericht ihre Fachleute deshalb über Ostern nach Hause geschickt.

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          Der Frust über die Reformverweigerung der griechischen Regierung ist groß im Internationalen Währungsfonds. Noch nie in seiner 70-jährigen Geschichte habe der IWF mit einem Land zu tun gehabt, mit dem sich die Verhandlungen so schwierig gestalteten, sagten Mitarbeiter des IWF Mitte März. Nun hat die Führung des IWF nach einem Medienbericht ihre Fachleute vorübergehend zurückbeordert. Die Mitarbeiter könnten die Zeit nutzen, die Osterfeiertage zu Hause zu verbringen, berichtet der Spiegel, die Gespräche in Athen seien derzeit fruchtlos.  Erst Mitte April solle weiterverhandelt werden. Das IWF-Team hatte die Haltung Griechenlands gegenüber seinen Gläubigern schon zuvor als inakzeptabel bezeichnet.

          Der IWF habe in dieser Woche im Kreise der Euro-Finanzminister bemängelt, dass man seit dem Regierungswechsel in Griechenland insgesamt nur vier Tage vernünftig habe verhandeln können, heißt es in dem Bericht. Der Generalsekretär im griechischen Finanzministerium, Nikos Theocharakis, soll darauf erwidert haben, das sei nicht erstaunlich, schließlich seien die Troika-Beamten „völlig inkompetent“.

          Der Regierung in Athen drohen binnen Wochen die Mittel auszugehen. Als kritischer Termin gilt Donnerstag, der 9. April. Bis dann muss das Land rund 450 Millionen Euro an den IWF zurückzahlen. Nach Informationen von Insidern aus der Euro-Zone warnte Athen, es sei nicht genug Geld vorhanden, um an dem Tag sowohl diese Tranche zu überweisen als auch die Renten- und Pensionsauszahlungen zu leisten. Der stellvertretende Finanzminister Dimitris Mardas sagte am Freitag dem Sender Skai TV, sein Land sei in der Lage, die Zahlung an den IWF pünktlich zu überweisen. Seinen Worten zufolge lagen die Einnahmen des Staates im März über den Zielvorgaben. Zahlen nannte Mardas allerdings nicht.

          Russland hält sich bedeckt zu Hilfen für Griechenland

          Spekuliert wird immer wieder auch über mögliche Hilfen aus Russland. Die neue griechische Regierung hat zwar gesagt, dass sie keine Finanzhilfen aus Moskau anstrebt, doch Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras hatte sich zuletzt gegen Russland-Sanktionen der westlichen Staaten ausgesprochen, was die Gerüchte weiter befeuert hat.

          Russland hält sich bedeckt zu möglichen Finanzhilfen. Vor dem Moskau-Besuch des griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras am Mittwoch sei es noch zu früh, über diese Möglichkeit zu sprechen, sagte ein Kreml-Sprecher am Freitag. Das Treffen von Tsipras und Russlands Präsident Wladimir Putin drehe sich um die Beziehungen zwischen der Regierung in Moskau und der Europäischen Union sowie die EU-Sanktionen gegen Russland im Zuge der Ukraine-Krise.

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