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Griechischer Finanzminister : Ist Varoufakis kaltgestellt?

Giannis Varoufakis Bild: dpa

Der griechische Finanzminister Varoufakis wird künftig bei den Verhandlungen mit den Geldgebern „unterstützt“. Regierungschef Tsipras signalisiert den Europäern damit Entgegenkommen. Doch Spekulationen über eine Ablösung erweisen sich als verfrüht.

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          Nach Berichten über Spannungen zwischen dem griechischen Finanzminister Giannis Varoufakis und seinen 18 Ministerkollegen in der Europäischen Währungsunion erweisen sich Spekulationen über eine Ablösung des Ministers nun als verfrüht. Im Gegenteil, der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras stellte sich in Athen mit einer offiziellen Mitteilung hinter seinen Finanzminister. Für Aufmerksamkeit sorgte allerdings die Formulierung, dass Varoufakis nun bei den Verhandlungen „unterstützt“ werde vom stellvertretenden Außenminister Euclid Tsakalotos. Eine Sprecherin des griechischen Außenministeriums widersprach allerdings der Darstellung, dass künftig Tsakalotos die Delegationen aus Griechenland anführen werde. „Es wurde lediglich die Beschreibung der Kompetenzen der einzelnen Amtsträger noch etwas besser ausgefeilt“, lautete der Kommentar.

          Tobias Piller
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Gegenüber den anderen 18 Mitgliedsländern der Europäischen Währungsunion entstand dennoch der Eindruck, als wolle die griechische Regierung auf die harte Kritik an Varoufakis reagieren, die nach dem Treffen der europäischen Finanzminister in der vergangenen Woche laut geworden war. Auch die konservative griechische Zeitung „Kathimerini“ schreibt, dass Ministerpräsident sein Team für die Verhandlungen mit Griechenlands Gläubigern neu organisiert habe.

          Abgesehen davon, dass nun der stellvertretende Minister Tsakalotos mehr ins Licht gerückt wird, hat Tsipras auch den Verantwortlichen für die Expertengespräche ersetzt. An die Stelle des bisherigen Generalsekretärs des von Varoufakis geführten Finanzministeriums, des Marxisten Nikos Theocharakis, soll nun ein enger Mitarbeiter des stellvertretenden Ministerpräsidenten Giannis Dragasakis treten.

          Varoufakis als „Spielernatur“ kritisiert

          Nachdem am Wochenende in europäischen Medien über den griechischen Finanzminister Varoufakis verbreitet worden war, dass ihn seine Kollegen als „Spielernatur“, als Dilettanten und als „Zeitverschwender“ kritisiert hätten, stritt der italienische Finanzminister Pier Carlo Padoan in Rom ab, dass es während der offiziellen Konferenz je persönliche Kritik an Varoufakis gegeben habe. Persönliche Distanz wurde gleichwohl ersichtlich, als Varoufakis dem Galadinner mit seinen Ministerkollegen fernblieb mit der Begründung, er hasse solche Anlässe und gehe lieber mit seinen Mitarbeitern aus.

          Varoufakis verglich sich danach in einem Tweet mit dem reformerischen amerikanischen Präsidenten Franklin Delano Roosevelt und zitierte dessen Aussage: „Sie sind sich einig in ihrem Hass und ich begrüße diese Haltung.“ Vor wenigen Tagen hatte Varoufakis in einem Videoauftritt gegenüber seiner ehemaligen australischen Universität versucht, den Ereignissen eine andere Interpretation zu geben: Mit den Geldern, die Europa ausgeliehen habe, sei nicht das griechische Volk unterstützt worden, es handele sich nur um eine Bankenrettung der Europäer in ihren eigenen Staaten.

          Europas Regierungen hätten darüber aber ihre Parlamente angelogen und zögerten nun, die Wahrheit einzugestehen. In Griechenland hätten die Gläubiger Griechenlands nach Aussage von Varoufakis dagegen einen Staatsstreich organisiert. Doch auf europäischer Ebene geht es offenbar nicht um persönliche Animositäten. Der sonst verbindlich gestimmte italienische Finanzminister Padoan sagte, Griechenland sei im Februar aufgerufen worden, detaillierte Verhandlungsvorschläge vorzulegen. Die bisherigen vagen Ideen reichten nicht, deshalb sei viel Zeit verloren worden.

          Dennoch erweist sich die Reaktion des Ministerpräsidenten Tsipras nun als zweiseitig: den Europäern wird Entgegenkommen signalisiert. Doch vor den Griechen hält er an Varoufakis fest und will Kontinuität zeigen. Der stellvertretende Außenminister Tsakalotos, mit Doktortitel aus Oxford und Dozentenkarriere an der Universität Kent, tritt verbindlicher auf, vertritt aber ähnliche Inhalte. Gegenüber dieser Zeitung sagte er über die anderen europäischen Länder: „Sie sind gefangen in einer Denkblockade.“ Damit meint er, die anderen Länder müssten auf die Denkweise der Regierung Tsipras zugehen. Minister Varoufakis hatte bereits bei seiner ersten Konferenz mit den anderen europäischen Finanzministern erlebt, dass er aus Athen keinen Spielraum für Verhandlungen bekam. So musste er Zugeständnisse und Zustimmung zu einer gemeinsamen Erklärung zurückziehen, nachdem Ministerkollegen wie Wolfgang Schäuble bereits abgereist waren.

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