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Griechische Schuldenkrise : Eine Einigung mit Athen noch in dieser Woche?

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Zum Einwickeln: An einem Kiosk in Athen hängen auf Handtücher gedruckte Euro-Banknoten. Bild: AFP

Nach Berlin brachte Alexis Tsipras sie nicht mit - bis kommenden Montag will die griechische Regierung nun die Liste mit konkreten Reformen vorlegen. EU-Parlamentspräsident Schulz glaubt, dass eine Einigung mit dem Land greifbar ist.

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          EU-Parlamentspräsident Martin Schulz rechnet noch in dieser Woche mit einer Einigung im Schuldenstreit zwischen Griechenland und seinen europäischen Partnern. „Ich glaube, dass bis Ende der Woche ein neuer Vertrag erreicht wird, der ausreicht, um den dringendsten Finanzbedarf zu lösen“, sagte Schulz der italienischen Zeitung „La Repubblica“. Griechenland blieben „höchstens drei Monate Zeit“, um einen „glaubwürdigen, detaillierten und endgültigen“ Plan vorzulegen.

          Griechenland ist auf finanzielle Hilfen von außen angewiesen. Andernfalls droht dem hoch verschuldeten Land die Staatspleite und sogar der Abschied aus der Währungsunion. Die Euro-Länder verlangen im Gegenzug für Hilfen verbindliche Reformzusagen.

          Die Regierung in Athen kündigte am Dienstag an, eine Liste mit konkreten Maßnahmen in den kommenden Tagen fertigzustellen - Anfang der Woche den Euro-Finanzministern vorzulegen. „Das wird bis spätestens Montag geschehen“, sagte Regierungssprecher Gabriel Sakellaridis dem Sender Mega TV. Es werde um strukturelle Veränderungen und nicht um Sparmaßnahmen gehen. Die Reformliste werde keine Maßnahmen beinhalten, die den Bürger finanziell belasten werden, hieß es.

          Bei den Gesprächen zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Griechenlands Regierungschef Alexis Tsipras in Berlin spielte eine Liste mit konkreten Reformschritte offenbar keine Rolle. Anders als zunächst vermutet, brachte Tsipras keinen Entwurf mit nach Berlin. Alle Themen seien aber angesprochen worden, hieß es.

          Fast fünf Stunden lang sprachen Merkel und Tsipras am Montagabend über die Lage in Griechenland und die Beziehungen in der EU. Im Anschluss an das Treffen teilte Regierungssprecher Steffen Seibert mit, beide hätten „in guter und konstruktiver Atmosphäre eine umfassende Aussprache“ gehabt. Nähere Angaben machte Seibert nicht. Das Gespräch hatte gegen 19 Uhr begonnen und endete kurz vor Mitternacht.

          Tsipras lud Merkel zu einem Gegenbesuch in Athen ein. Das sagte der Regierungssprecher Sakellaridis im griechischen Fernsehen. „Ja, Tsipras hat die Bundeskanzlerin eingeladen“, sagte er. Ein Datum für den Besuch nannte er nicht.

          Der griechische Regierungschef war am frühen Montagabend mit militärischen Ehren im Kanzleramt empfangen worden. Anschließend stellten sich Merkel und Tsipras der Presse. Dabei bekannten sie sich zu einem Neustart des belasteten deutsch-griechischen Verhältnisses.

          Am Dienstag trifft sich Tsipras auch mit Vertretern der Oppositionsparteien. Am Vormittag will er zunächst die Parteichefin der Linken, Katja Kipping, und den Vorsitzenden der Linken-Bundestagsfraktion, Gregor Gysi, treffen. Am Nachmittag ist unter anderem eine Begegnung mit den beiden Parteivorsitzenden der Grünen, Cem Özdemir und Simone Peter, geplant.

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