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Griechenland : Varoufakis beschwert sich über die Einigung

  • Aktualisiert am

Giannis Varoufakis Bild: AFP

Griechenland wird zum „Vasallen“ der anderen Euro-Staaten: So sieht es der ehemalige Finanzminister Giannis Varoufakis. Er greift die Einigung mit harten Worten an.

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          Griechenlands ehemaliger Finanzminister Giannis Varoufakis hat die Einigung der Eurogruppe mit Griechenland harsch kritisiert. In einem Blogbeitrag vergleicht Varoufakis das neue Dokument mit dem Vertrag von Versailles, dem Friedensvertrag nach dem ersten Weltkrieg, der von manchen Historikern als eine Ursache für den Aufstieg des Nationalsozialismus gesehen wird.

          Varoufakis kritisiert seinen Nachfolger Euklid Tsakalotos und Ministerpräsident Alexis Tsipras nicht offen. Mit einer Beurteilung warte er, bis er die Einigung von beiden erklärt bekomme. Doch seine Worte sind hart.

          "Nie zuvor hat die Europäische Union eine Entscheidung getroffen, die die europäische Integration so fundamental untergräbt“, schreibt er in dem Beitrag. Die Einigung lese sich wie ein Dokument, das Griechenlands Kapitulation zu Papier bringt. Griechenland werde zum "Vasallen" der Eurogruppe.

          Mit dieser Kritik entwickelt sich Varoufakis immer weiter zum Gegner von Ministerpräsident Alexis Tsipras. Am Montag sagte er in einem Interview, dass er die Option eines Euro-Ausstiegs als Plan B auf dem Tisch hatte. Tsipras hatte das während der Verhandlungen vermieden.

          Varoufakis richtet auch eine Warnung an die übrigen Europäer: Das Dokument zeige eine komplette Auslöschung der nationalen Souveränität, ohne dass gleichzeitig eine übernationale souveräne politische Einheit geschaffen werde.

          Der ehemalige Finanzminister bezieht sich auf Warnungen von Ökonomen aus der Zeit vor der Euro-Einführungen, die sagten, dass eine Währungsunion ohne politische Union Europa trennen statt vereinen werde. „Die Mächte in Brüssel, Berlin und Frankfurt haben sich verschworen, um zu beweisen, dass sie Recht hatten.“

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