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Griechenland : Schulz fordert ein Ende der Deutschland-Kritik

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EU-Parlamentschef Martin Schulz (links) und der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras bei ihrem Treffen am Donnerstag in Athen Bild: AP

Der EU-Parlamentschef hat die griechische Regierung aufgefordert, die verbalen Angriffe auf Kanzlerin Merkel einzustellen. Es sei kurzsichtig, „auf die Deutschen einzuprügeln“. Eine Umfrage zeigt: Die Solidarität mit Griechenland ist immer noch groß.

          EU-Parlamentspräsident Martin Schulz hat Griechenland vor übermäßiger Kritik an Deutschland gewarnt. Er habe dem neuen Regierungschef Alexis Tsipras „nachdrücklich ans Herz gelegt, verbal abzurüsten“, sagte Schulz im Interview mit der „Welt am Sonntag“. Er riet ihm zudem, seine Angriffe auf Bundeskanzlerin Angela Merkel zu beenden. „Es mag bei manchen vielleicht gut ankommen, auf die Deutschen einzuprügeln, aber es ist auch kurzsichtig und bringt uns nicht weiter.“ Griechenland brauche die Hilfe der Bundesregierung. Wenn Tsipras aber glaube, er könne die Troika nach Hause schicken und die Europäer finanzierten ihm seine Wahlversprechen, habe er sich getäuscht.

          Der EU-Parlamentspräsident bemängelte, er könne die Konzeption der neuen Regierung in Athen „im Moment noch nicht vollständig erkennen“. Dies eröffne aber auch die Chance, gemeinsam eine konstruktive Richtung einzuschlagen, sagte Schulz.

          Deutsche wollen Griechen im Euro halten

          Griechenland wird seit 2010 mit internationaler Finanzhilfe vor der Pleite bewahrt. Im Gegenzug hat sich das Land zu massiven Einsparungen und Reformen verpflichtet. Tsipras sieht diese als übertrieben an. Am Freitag kündigte seine Regierung die Zusammenarbeit mit der Troika aus EU, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) auf.

          Trotz der Ankündigung des Landes den Sparkurs beenden zu wollen, sind 62 Prozent der Deutschen dafür, Griechenland in der Währungsgemeinschaft zu halten. Das geht aus einer Emnid-Umfrage im Auftrag der „Bild am Sonntag“ hervor. Lediglich 26 Prozent hätten für einen Ausschluss gestimmt. Die Mehrheit - 68 Prozent - hat sich aber auch gegen einen Schuldenschnitt ausgesprochen. 21 Prozent würden einen Schuldenerlass befürworten. Auch Kanzlerin Merkel sprach sich für einen Verbleib des Landes in der Euro-Zone ausgesprochen. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble warnte vor einer Debatte über einen Schuldenschnitt wie ihn Tsipras fordert.

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