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Griechenlands Schuldenkrise : Wie geht es weiter im Schuldenstreit mit Athen?

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Schicksalstage für Griechenland: Die Zeitungen in Athen sind voll vom Schuldenstreit. Viele Griechen wollen keinen kompletten Bruch mit den Geldgebern. Bild: AP

Tage der Entscheidung: Der monatelange Schuldenstreit zwischen der griechischen Regierung und den Gläubigern befindet sich in der entscheidenden Phase. Morgen treffen sich die Finanzminister der Euroländer. Gibt es am Wochenende einen Sondergipfel?

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          Die wohl entscheidende Phase des Schuldenstreits zwischen der griechischen Regierung und den Geldgebern läuft. In Brüssel suchen sie weiter nach einer Lösung, in Athen gibt sich Regierungschef Alexis Tsipras nach außen gelassen, tatsächlich aber herrscht Hektik. Sogar die griechische Notenbank schlägt nun Alarm und warnt - an die Syriza-Führung gerichtet - eindringlich davor, die Gespräche scheitern zu lassen. Sonst folgt ihrer Ansicht nach erst die Staatspleite und dann ziemlich sicher das Euro-Aus („Grexit“) und ein Austritt aus der Europäischen Union ebenfalls. Aus dem fernen Washington hat sich auch der amerikanische Finanzminister Jack Lew abermals in den Streit eingeschaltet. Er rief Tsipras an und mahnte ihn, einen „ernsthaften Schritt“ in Richtung einer Einigung zu unternehmen. Wie geht es nun weiter bis zum 30. Juni, dem Tag, an dem das Hilfsprogramm für Griechenland ausläuft?

          Eurogruppen-Treffen am 18. Juni: An diesem Donnerstag kommt die sogenannte Eurogruppe in Brüssel zu ihrer nächsten regulären Sitzung zusammen. Das sind die Finanzminister der Mitgliedsländer der Währungsunion. Aus Deutschland reist Wolfgang Schäuble an, aus den Niederlanden der Eurogruppen-Chef und Finanzminister Jeroen Dijsselbloem, aus Griechenland Giannis Varoufakis. Das Gremium ist seit Beginn der Euro-Krise auch so etwas wie eine permanente Schulden-Konferenz. Es entscheidet über Hilfsprogramme und Programm-Änderungen. Im Februar hatte die Eurogruppe zum Beispiel das aktuell laufende Hilfsprogramm für Griechenland bis zum 30. Juni verlängert. Das nun bevorstehende Treffen, an dem wohl auch IWF-Chefin Christine Lagarde teilnimmt, könnte eine der letzten Möglichkeiten sein für eine Einigung. Doch danach sieht es derzeit nicht aus. Eurogruppen-Chef Dijsselbloem teilte vorab mit, er sehe nur eine „sehr kleine“ Chance, den monatelangen Schuldenstreit zu lösen. Auch aus dem Bundesfinanzministerium kommen ähnliche Äußerungen. Und wenn auch dieses Treffen ohne Einigung endet? Dann könnten die „Chefs“ zu einer außergewöhnlichen Sitzung zusammenkommen.

          Griechenland-Krise : Merkel hofft auf Finanzministertreffen

          Sondergipfel der Euro-Regierungschefs an diesem Wochenende: Offiziell bestätigt ist noch nichts, aber es gibt viele Gerüchte, nach denen am Wochenende die Staats- und Regierungschefs der Euroländer zusammenkommen, sollten sich die Finanzminister nicht einigen. Angekündigt würde ein solches außergewöhnliches Treffen auf höchster Ebene am Freitag, im Laufe des Vormittags. Wahrscheinlich wäre ein solcher Gipfel am Sonntag allein schon wegen möglicher Vorbereitungen und Abstimmungen. In diesem Kreis wären dann etwa die deutsche Kanzlerin Angela Merkel, der französische Staatspräsident Francois Hollande, der österreichische Bundeskanzler Werner Faymann und für Griechenland Regierungschef Alexis Tsipras vertreten. Eine Einigung wäre wohl wahrscheinlicher als während der Finanzminister-Runde. Tsipras will seit Wochen den Schuldenstreit auf die Ebene der „Chefs“ heben – das wäre nun das offizielle Format dafür. Außerdem dürfte alleine schon die Ankündigung eines solchen Treffens ein Hinweis darauf sein, dass sich beide Seiten doch annähern. Sonst würden sie sich so einen Gipfel wohl schlicht ersparen. Denn eine Woche später steht er ohnehin planmäßig an.

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