https://www.faz.net/-gqu-81yvw

Eurokrise : Griechenland zahlt Geld an IWF zurück

  • Aktualisiert am

Die Akropolis in Athen Bild: AP

Athen hat einen fälligen Kredit des Währungsfonds fristgerecht zurückgezahlt. Im Kampf gegen den Staatsbankrott will sich Griechenland noch in diesem Monat mit seinen Geldgebern einigen. 

          2 Min.

          Am Donnerstag hat Athen nach Regierungsangaben fristgemäß einen Kredit von rund 550 Millionen Euro an den Internationalen Währungsfonds (IWF) zurückgezahlt. Kreise des Finanzministeriums bestätigten am Vormittag gegenüber der halbamtlichen griechischen Nachrichtenagentur ANA-MPA, das Geld sei an den IWF überwiesen worden. IWF-Chefin Christine Lagarde bestätigte die Rückzahlung. „Ja, ich habe mein Geld zurück“, sagte Lagarde am Donnerstag in Washington. Weitere Details nannte sie nicht. Wäre die Zahlung nicht erfolgt, wäre das Euro-Krisenland als Bankrott eingestuft worden.

          Offen ist, wie lange das Geld in Athen noch reicht. Ohne rasche Hilfen droht schon bald die Staatspleite. Die Geldgeber von Europäischer Zentralbank (EZB), EU-Kommission und IWF verlangen eine umfassende Reformliste. Erst wenn es mit Griechenland eine Einigung auf eine solche Liste gibt, können blockierte und von Athen dringend benötigte Hilfen von 7,2 Milliarden Euro fließen. Die Finanz-Staatssekretäre der Eurogruppe beraten am Donnerstag in Brüssel über die griechischen Reformpläne. Zu den Reformen gehören der verstärkte Kampf gegen die Steuerflucht in Griechenland sowie Privatisierungen von Häfen und Flughäfen.

          Griechenlands Regierung will die Verhandlungen mit Experten der Geldgeber über eine umfassende Reformliste bis zum 24. April abschließen. Das erklärte Staatsminister Alekos Flambouraris am Donnerstag im griechischen Fernsehen. „Bei der Sitzung der Eurogruppe am 24. April wird es 100 Prozent eine Einigung geben“, sagte der enge Mitarbeiter des griechischen Regierungschefs Alexis Tsipras. An dem Tag kommen die Euro-Finanzminister zu einem schon länger geplanten Treffen im lettischen Riga zusammen.

          Unterdessen setzt Tsipras nach dem Treffen mit Kremlchef Wladimir Putin seine Gespräche über einen Neustart der Beziehungen zu Russland fort. Geplant sind an diesem Donnerstag Verhandlungen mit der russischen Regierung über eine mögliche Lockerung des Kreml-Boykotts von Lebensmitteln aus dem EU-Land. Tsipras will erreichen, dass die unter dem Embargo leidenden griechischen Bauern ihre Agrarprodukte bald wieder auf dem großen russischen Markt absetzen können. Präsident Putin hatte eine Aufhebung des Boykotts am Vortag wegen der EU-Sanktionen gegen Russland im Ukraine-Konflikt abgelehnt. Allerdings stellte er für die Griechen mögliche Erleichterungen in Aussicht. Die russische Regierung hatte mitgeteilt, dazu mit Tsipras an diesem Donnerstag Lösungsvorschläge zu besprechen.

          Die linke griechische Regierungschef wollte am Vormittag zunächst eine Rede vor Studenten der Moskauer Diplomaten-Hochschule MGIMO halten. Am Nachmittag war ein Treffen mit dem Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche, Patriarch Kirill, geplant. Die Christen in Russland und Griechenland feiern an diesem Wochenende das orthodoxe Osterfest.

          Weitere Themen

          Länder im Plus, Bund mit Minus

          Steuereinnahmen : Länder im Plus, Bund mit Minus

          Bund und Länder verzeichnen höhere Einnahmen. Allerdings greift auch die neue Regelung zum Finanzausgleich. Dadurch wird der Bund im Vergleich etwas zurückgeworfen. Auch fürs Gesamtjahr lassen sich erste Prognosen treffen.

          Topmeldungen

          Nach dem Terrorakt in Hanau : Zeichen gegen das Gift

          Hanau steht unter Schock: Der Bundespräsident spricht von einer tiefen Wunde. Vertreter der Migranten-Community fordern von Innenminister Seehofer mehr Sicherheit. Und Hessens Ministerpräsident sagt, er könne die Angst verstehen.
          Beweissicherung am Tatort: Deutschland hat ein Problem mit Rechtsterror, das ist nicht mehr zu übersehen. Was jetzt?

          Morde in Hanau : Böser, als die Polizei erlaubt

          Statt zwischen Rechtsextremismus und Rechtsterror zu unterscheiden, sollte man beides bekämpfen. Der Staat und seine Organe müssen jetzt aufrüsten – technisch, aber auch mental.

          Gericht hebt Stopp auf : Tesla darf weiter roden

          Umweltschützer erwirkten im Eilverfahren einen Rodungsstopp auf dem Gelände der geplanten Tesla-Autofabrik. Doch nun hat ein Gericht beschlossen: Die Bäume dürfen gefällt werden. Der Beschluss ist nicht weiter anfechtbar.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.