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Eurokrise : Griechenland zahlt Geld an IWF zurück

  • Aktualisiert am

Die Akropolis in Athen Bild: AP

Athen hat einen fälligen Kredit des Währungsfonds fristgerecht zurückgezahlt. Im Kampf gegen den Staatsbankrott will sich Griechenland noch in diesem Monat mit seinen Geldgebern einigen. 

          Am Donnerstag hat Athen nach Regierungsangaben fristgemäß einen Kredit von rund 550 Millionen Euro an den Internationalen Währungsfonds (IWF) zurückgezahlt. Kreise des Finanzministeriums bestätigten am Vormittag gegenüber der halbamtlichen griechischen Nachrichtenagentur ANA-MPA, das Geld sei an den IWF überwiesen worden. IWF-Chefin Christine Lagarde bestätigte die Rückzahlung. „Ja, ich habe mein Geld zurück“, sagte Lagarde am Donnerstag in Washington. Weitere Details nannte sie nicht. Wäre die Zahlung nicht erfolgt, wäre das Euro-Krisenland als Bankrott eingestuft worden.

          Offen ist, wie lange das Geld in Athen noch reicht. Ohne rasche Hilfen droht schon bald die Staatspleite. Die Geldgeber von Europäischer Zentralbank (EZB), EU-Kommission und IWF verlangen eine umfassende Reformliste. Erst wenn es mit Griechenland eine Einigung auf eine solche Liste gibt, können blockierte und von Athen dringend benötigte Hilfen von 7,2 Milliarden Euro fließen. Die Finanz-Staatssekretäre der Eurogruppe beraten am Donnerstag in Brüssel über die griechischen Reformpläne. Zu den Reformen gehören der verstärkte Kampf gegen die Steuerflucht in Griechenland sowie Privatisierungen von Häfen und Flughäfen.

          Griechenlands Regierung will die Verhandlungen mit Experten der Geldgeber über eine umfassende Reformliste bis zum 24. April abschließen. Das erklärte Staatsminister Alekos Flambouraris am Donnerstag im griechischen Fernsehen. „Bei der Sitzung der Eurogruppe am 24. April wird es 100 Prozent eine Einigung geben“, sagte der enge Mitarbeiter des griechischen Regierungschefs Alexis Tsipras. An dem Tag kommen die Euro-Finanzminister zu einem schon länger geplanten Treffen im lettischen Riga zusammen.

          Unterdessen setzt Tsipras nach dem Treffen mit Kremlchef Wladimir Putin seine Gespräche über einen Neustart der Beziehungen zu Russland fort. Geplant sind an diesem Donnerstag Verhandlungen mit der russischen Regierung über eine mögliche Lockerung des Kreml-Boykotts von Lebensmitteln aus dem EU-Land. Tsipras will erreichen, dass die unter dem Embargo leidenden griechischen Bauern ihre Agrarprodukte bald wieder auf dem großen russischen Markt absetzen können. Präsident Putin hatte eine Aufhebung des Boykotts am Vortag wegen der EU-Sanktionen gegen Russland im Ukraine-Konflikt abgelehnt. Allerdings stellte er für die Griechen mögliche Erleichterungen in Aussicht. Die russische Regierung hatte mitgeteilt, dazu mit Tsipras an diesem Donnerstag Lösungsvorschläge zu besprechen.

          Die linke griechische Regierungschef wollte am Vormittag zunächst eine Rede vor Studenten der Moskauer Diplomaten-Hochschule MGIMO halten. Am Nachmittag war ein Treffen mit dem Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche, Patriarch Kirill, geplant. Die Christen in Russland und Griechenland feiern an diesem Wochenende das orthodoxe Osterfest.

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