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Griechenland : Athen lockert Kapitalverkehrskontrollen

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Ende des Wartens? Griechen dürfen wieder mehr Geld überweisen. Bild: dpa

Am Mittwoch stimmt der Bundestag über das 86-Milliarden-Euro-Paket für Griechenland ab. Einen Tag zuvor erlaubt die Regierung ihren Bürgern schon einmal höhere Auslands-Überweisungen.

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          Griechenland lockert die Kapitalverkehrskontrollen. Bürger des Landes können nun bis zu 500 Euro im Monat ins Ausland überweisen, wie aus einem am Dienstag bekanntgewordenen Erlass der Regierung hervorgeht. Studenten wird es erleichtert, Studiengebühren und Lebenshaltungskosten im Ausland zu finanzieren. Sie können dazu bis zu 8000 Euro je Quartal transferieren.

          Auch die Auflagen für Banken wurden gelockert, etwa für den Interbankenmarkt und den Derivatehandel. Allerdings dürfen die Griechen weiterhin höchstens 420 Euro pro Woche abheben. Die Kontrollen gelten seit Ende Juni. Zuvor hatten Griechen aus Sorge vor einem Ausscheiden des Landes aus dem Euroraum ihre Konten leergeräumt.

          Kein höherer Finanzbedarf

          Das Finanzministerium und die Europäische Kommission sind unterdessen dem Eindruck entgegengetreten, das hochverschuldete Griechenland benötige noch mehr Geld als bislang bekannt. „Der Finanzbedarf bleibt unverändert bei 86 Milliarden Euro“, teilte das Ministerium in Berlin mit und dementierte damit einen Bericht der Süddeutschen Zeitung.

          Die 86 Milliarden Euro, um die es bei der für Mittwoch geplanten Beschlussfassung im Bundestag gehe, seien der zu deckende Finanzbedarf Griechenlands. Die in dem Regierungsantrag zusätzlich genannten 6,2 Milliarden würden durch Privatisierungen erzielt. Es handele sich um Finanzmittel, die Griechenland sofort selber aufbringen könne.

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