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Schuldenkrise : Athen besorgt sich Geld von Krankenkasse und Metro

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Griechenland braucht kurzfristig dringend Geld, um am Ende des Monats Löhne und Pensionen auszahlen zu können. Nun greift das Land offenbar in die Kasse der öffentlichen Krankenversicherung und der Athener Metro.

          Auf der Suche nach kurzfristigen Geldquellen besorgt sich Griechenland weiter verzweifelt Barmittel von Sozialkassen und staatlichen Unternehmen. Laut einem Bericht der „Financial Times“ wurde gestern die öffentliche Krankenversicherung EOPYY um die Übergabe von 50 Millionen Euro aus ihrer Reserve gebeten, um Lohnrückstände bei medizinischem Fachpersonal bezahlen zu können. Auch die Kasse der Athener Metro habe die Regierung im Visier, heißt es in dem Bericht. Insgesamt habe sich die griechische Regierung schon 600 Millionen Euro bei staatlichen Unternehmen geholt.

          Andere Geldquellen versiegen derweil: Die Europäische Zentralbank hat einem Insider zufolge griechische Banken angewiesen, keine weiteren Anleihen der Regierung in Athen zu kaufen. Das gelte auch für kurzfristige Papiere (T-Bills), sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person aus dem Bankenumfeld der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag.

          Griechenlands Gläubiger, darunter die EZB, haben eine Obergrenze von 15 Milliarden Euro für T-Bills gesetzt. Diese ist bereits ausgeschöpft. Die griechische Regierung hat um eine Anhebung des Limits gebeten, da sie in akuter Geldnot steckt. Die Zentralbank hat dies aber abgelehnt.

          Griechenland droht ohne das Anzapfen weiterer Geldquellen innerhalb weniger Wochen die Staatspleite.

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