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Eurokrisen-Verhandlungen : Wie viel Zeit hat Griechenland noch?

  • -Aktualisiert am

Die Anleger holen ihre Euros von den Konten und investieren im Ausland oder bunkern Euroscheine unter ihren Kopfkissen Bild: Reuters

Griechenland verzögert die Kreditverhandlungen. Doch die Zeit drängt. Warum eigentlich? Die wichtigsten Antworten.

          Warum müssen sich die EU und Griechenland so dringend einigen?

          Weil die Zeit knapp ist. Ende Februar läuft das Hilfsprogramm für Griechenland nach mehreren Jahren offiziell aus. Wie der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble sagt: „Am 28. Februar, 24 Uhr, is over.“

          Wie viel Zeit ist in der Praxis noch?

          Gute Frage. Sicher ist: Eine Einigung am 28. Februar ist zu spät. Denn damit das Hilfsprogramm verlängert werden kann, müssen in vier Ländern die Parlamente zustimmen. Auch das braucht Zeit. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sagte, eine solche Zustimmung könne auch noch am 27. Februar erfolgen.

          Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem hat der griechischen Regierung aber nur bis diesen Freitag Zeit gegeben, um einen neuen Kreditantrag zu stellen.

          Was passiert, wenn die Frist verstreicht?

          Griechenlands Staatshaushalt hat sogar Chancen, einige Wochen ohne neues Geld zu funktionieren.

          Im März muss Griechenland etwa 2,1 Milliarden Euro an Schulden zurückzahlen. Dann droht zum ersten Mal die Insolvenz. Diese Summe könnte das Land aber vielleicht noch zusammenkratzen. Die Regierung müsste dafür Löhne aussetzen und versuchen, ihre inländischen Rechnungen nicht zu begleichen. Außerdem könnte sie versuchen, ihre geplante Reichensteuer schneller umzusetzen.

          Auch ohne Griechenland würde ohne ein Übergangspaket vermutlich über den Frühling kommen. Doch spätestens im Juli würde es knapp werden: Griechenland muss dann eine Summe von insgesamt 4,9 Milliarden Euro zurückzahlen. Diesen Betrag kann das Land alleine nicht mehr bewältigen.

          Eine Verlängerung des Hilfsprogramms würde aber schon Mitte März schwierig. Denn auch in Finnland muss das Parlament einem Hilfspaket zustimmen. Im April finden aber dort Wahlen statt. Die letzte Sitzung ist für den 14. März angesetzt.

          It’s payback time: Auf  Griechenland kommen im Lauf des Jahres große Summen zu.

          Aber gibt es nicht noch ein Problem mit den Banken?

          Ein wichtiges Thema. Die schwierigen Verhandlungen machen auch den Griechen Angst vor einem Euro-Ausstieg. Deshalb holen die Anleger ihre Euros von ihren Konten und investieren sie im Ausland oder bunkern Euroscheine unter ihren Kopfkissen. Auf diese Weise fließen aus griechischen Banken wohl zwischen 300 und 400 Million Euro pro Tag ab.

          Auch deshalb bekommen Griechische Banken Notkredite von der Europäischen Zentralbank (“Ela-Kredite“). Diese Ela-Kredite wiederum investieren die Geschäftsbanken in kurzlaufende Staatsanleihen Griechenlands, sogenannte T-Bills - so finanziert die Notenbank den griechischen Staat indirekt. Die deutsche Bundesbank hat diesen Vorgang in ihrem aktuellen Monatsbericht kritisiert. Aber: Auch in der Europäischen Zentralbank verschlechtert sich die Stimmung gegenüber Griechenland.

          Ob die EZB diese Notkredite weiter laufen lässt, auch wenn Griechenland kein Hilfsprogramm mit Auflagen mehr hat, ist unsicher. Würde die EZB die Notkredite tatsächlich beenden, müsste Griechenland ersatzweise eine eigene Währung ausgeben.

          Und was macht Griechenland jetzt?

          Ein griechischer Regierungssprecher hat am Morgen gesagt, ein entsprechender Kreditantrag würde am Mittwoch verschickt. Der aktuelle Stand ist aber, dass das Papier erst am Donnerstag kommt.

          Zuvor hatte die Regierung unter Premier Alexis Tsipras bereits angekündigt, dass man sich an die Deadline halten werde.

          Aber der Inhalt des Schreibens ist unklar. Möchte Griechenland das Geld, ohne auf die Reformvorgaben von EZB, IWF und EU einzugehen? Dann brächte der Antrag wahrscheinlich gar keine Einigung.

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