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Griechenland : „Ausländer kommen praktisch an keine Insel“

Sind Inseln nur etwas für Millionäre?

Wer sich eine Eigentumswohnung in Hamburg leisten kann, in München oder in Frankfurt, der kann sich auch eine Insel leisten. Für 50.000 bis 100.000 Euro bekommen Sie schon Qualitätsinseln.

Was bedeutet Qualität?

Wir haben zehn Kriterien. Zum Beispiel die Nähe zum Festland, eine ansprechende Vegetation, klimatisch gute und politisch sichere Verhältnisse. Baugenehmigung mindestens für ein Haus. Bei allem, wo das nicht zutrifft, haben Sie Probleme. Bei einem Land ohne politische Stabilität müssen sie morgen mit Enteignung rechnen.

Angenommen, ich habe 100 000 Euro übrig. Mehr als ein kleines Eiland bekomme ich dafür wohl kaum.

Ja, aber den Genuss können sie einer kleinen Insel genauso abgewinnen wie einer großen. Für 100.000 Euro bekommen sie eine Insel vor Irland, Schottland oder an der Ostküste Kanadas. Da gibt es viele hübsche Gegenden.

Das sind alles keine Gebiete, wo der Durchschnittsdeutsche seine Trauminsel verortet.

Ja, aber diese Inseln sind beliebter und stärker besucht als die tropischen Inseln. Die meisten haben Urlaub im Juli und August und wollen dann gar nicht in diesen tropischen Gebieten sein, weil die einfach zu heiß sind.

Gab es schon Kunden, die sagten: Nie wieder Insel?

Nein. Es hört sich jetzt zwar allzu positiv an, aber es stimmt. Denn derjenige, der sich eine Insel kauft, geht mit großer Skepsis und Vorsicht an die Sache. Da schaut man dreimal, weil man etwas ganz Ungewöhnliches macht. Wer irgendwann überzeugt ist, der ist dann auch langfristig dabei.

Was ist die teuerste Insel, die sie je verkauft haben?

32 Millionen, Bell Island, Bahamas.

An wen ging die?

An den Louis-Vuitton-Großaktionär und Milliardär Bernard Arnault. Der hat sie dann auf einer Party weiterverkauft an den Aga Khan. Wahrscheinlich hat er damit Geld verdient.

Ihre prominentesten Kunden?

In Deutschland Dieter Hallervorden und der Fernsehmoderator Jörg Pilawa. International Nicolas Cage, Johnny Depp, Kirk Douglas. Tony Curtis hat drei Inseln bei uns gekauft. Allerdings finden Sie die Promis vor allem im Insel-Vermietungsmarkt ganz stark. Denn die haben ein Sicherheitsproblem. Selbst Johnny Depp baut sich kein Haus auf seine Insel. Er kommt mal mit seiner Yacht vorbeigefahren, springt raus und geht wieder. Dabei geht es nicht um die Angst vor Kriminellen, sondern vor den Paparazzi. Wenn man weiß, diese Insel gehört Bill Gates, da stehen die doch schon da mit ihren Booten und warten, dass er mal hier Urlaub macht. Deshalb kaufen die Prominenten nie, sondern sie mieten. Wir hatten auch das Glück, an Prinz William und Kate die Hochzeitsreise zu vermitteln.

Und wo liegt Ihre eigene Insel?

Vor Neuseeland, 300 Meter von der Küste.

Die Erreichbarkeit ist entscheidend?

Ja, sonst ist eine Insel unverkäuflich. Ich kann Ihnen wunderschöne Inseln zeigen, die irgendwo liegen und traumhaft aussehen, aber die können sie einfach nicht verkaufen.

Was sprach für Ihre Insel?

Es gibt keine giftigen Tiere oder Insekten. Wir haben Schafe und Ziegen. Die Insel ist groß genug. Die Neuseeländer sind sehr nett. Leider ist es sehr weit. Aber irgendwo gibt es immer ein kleines Problem, über das man hinwegkommen muss.

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