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Griechenland : Athens Rentenwunder

  • -Aktualisiert am

Eigentlich hatte Griechenland versprochen, künftig nicht mehr so großzügig Renten auszuzahlen. Doch glaubt man den jüngsten Zahlen der Geldgeber, hat die griechische Rente fünf Jahre „härtester“ Reformen bestens überstanden.

          Nicht zum ersten Mal staunt die deutsche Öffentlichkeit über das griechische Rentensystem. Als das Land 2010 finanziell am Abgrund stand, stellten die anderen Euroländer Vergleiche an. Sie zeigten, dass Athen mit Rentenausgaben von 11 Prozent seiner Wirtschaftsleistung weit über dem Schnitt der Industrieländer lag, die nur 4 Prozent für ihre Ruheständler aufwendeten. Das erklärte, warum Griechen oft viel früher und mit höheren Bezügen in Rente gehen konnten als andere.

          Die Korrektur dieser unbezahlbaren Großzügigkeit gehörte zu den Auflagen, unter denen dann die Hilfspakete für Griechenland gewährt wurden. Den Geldgebern trug das den Vorwurf ein, eine soziale Krise verursacht zu haben. Nun wehren sie sich: Stimmen die von den Gläubigern gestreuten Zahlen, lebt ein „Eckrentner“ in Athen mit 1100 Euro im Monat kaum schlechter als sein Kollege in München, der nach 45 Versicherungsjahren nur knapp 200 Euro mehr hat. Die Durchschnittsrente liegt in Griechenland mit 960 Euro sogar höher als hierzulande.

          Krise? Die griechische Rente ist ein Wunder, hat sie doch fünf Jahre „härtester“ Reformen bestens überstanden. Die Verhältnisse sind hier jedenfalls noch nicht im Lot.

          Heike Göbel

          Verantwortliche Redakteurin für Wirtschaftspolitik, zuständig für „Die Ordnung der Wirtschaft“.

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