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Griechenland : Varoufakis und der Hacker

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Der ehemalige griechische Finanzminister Giannis Varoufakis Bild: AP

Noch vor Regierungsantritt soll Syriza-Chef Tsipras seinen Vertrauten Varoufakis beauftragt haben, einen geheimen Plan für einen Euro-Austritt vorzubereiten. Dabei sollte ihnen ein Hacker angeblich Zugang zu Steuerdaten verschaffen. Jetzt hat sich Varoufakis verplappert.

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          Auch nach seinem Rücktritt sorgt der ehemalige griechische Finanzminister Giannis Varoufakis weiter für Schlagzeilen: Einem Bericht der englischsprachigen griechischen Zeitung „Kathimerini“ zufolge soll Varoufakis von Ministerpräsident Alexis Tsipras dazu beauftragt worden sein, mithilfe eines Hackers Pläne für ein Parallel-Bankensystem zu entwickeln. Es sollte dabei um ein mögliches Zahlungssystem gehen, falls griechische Banken wegen Liquiditätsmangels schließen müssten. Quasi per Knopfdruck sollte man das System außerdem von Euro auf Drachme umstellen können. Varoufakis habe den Auftrag im Dezember 2014 erhalten, also noch bevor Syriza an die Macht kam. Später habe Tsipras jedoch Abstand von dem Plan genommen.

          Geheimes Team im Finanzministerium

          Wie „Kathimerini“ berichtet, hat Varoufakis von dem Plan bei einer Telefonkonferenz mit Hedgefonds-Managern am 16. Juli 2015 erzählt. Der Zeitung soll eine Aufnahme des Gesprächs vorliegen. Der ehemalige Finanzminister dementierte zunächst nicht: Die Zitate seien richtig, sagte Varoufakis dem britischen „Telegraph“. Allerdings habe es sich dabei um einen alternativen Plan gehandelt. Die Regierung habe nicht auf einen Grexit hingearbeitet. Und manches würde verdreht dargestellt.

          Der alternative Plan hat es allerdings in sich, wenn stimmt, was „Kathimerini“ schreibt. Ein kleines geheimes Team im Finanzministerium soll sich Zugang zum System der obersten Steuerbehörde Griechenlands beschafft haben, das unter der Kontrolle der Gläubiger-Institutionen stand. „Wir entschieden uns dafür, in die Software meines eigenen Ministeriums einzudringen“, soll Varoufakis in dem Gespräch mit den Hedgefonds-Managern gesagt haben. Dafür rekrutierte er angeblich einen Studienfreund, der mittlerweile als Informatik-Professor an der Columbia Universität in New York arbeitet.

          Paralleles Bankensystem

          Das Team von Varoufakis sollte die Daten von Bürgern und Unternehmen aus dem gehackten Steuersystems nutzen, um ein paralleles Bankensystem aufzubauen.  Das sollte den griechischen Bürgern  Finanzgeschäfte ermöglichen, falls die EZB das griechische Bankensystem nicht mehr mit Liquidität versorgt hätte. „Das hätte ein paralleles Bankensystem errichtet, was uns eine Atempause nach der durch die EZB verursachten Bankschließung verschafft hätte“, zitiert „Kathimerini“ den ehemaligen Finanzminister. Ob die Darstellung des Blattes stimmt, lässt sich von außen kaum beurteilen, die Zeitung gilt aber als seriös. Varoufakis selbst geht die Berichterstattung mittlerweile zu weit. In einem Tweet beklagt er sich, seine Gegner würden ihm absurde Taten unterstellen.

          In dem Gespräch mit den Hedgefondsmanagern sagte Varoufakis auch, dass die Regierung kein Mandat der griechischen Bevölkerung gehabt hätte, aus dem Euro auszutreten. Allerdings habe sie den Auftrag gehabt, möglichst hartnäckig mit den Gläubigern zu verhandeln. Seiner Interpretation nach schließe das mit ein, einen Austritt aus der Eurozone zu erwägen, sollte keine brauchbare Einigung zustande kommen.

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