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Griechischer Finanzminister : Varoufakis bereut

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Von Medien umschwärmt: Giannis Varoufakis am Samstag in Italien. Bild: AP

Viel reden, wenig tun: Das ist der Vorwurf an Griechenlands Finanzminister Giannis Varoufakis. Jetzt wird die Diskussion um seine Zukunft lauter. Varoufakis bereut inzwischen die Auswüchse seiner Interviews.

          Der griechische Finanzminister Gianis Varoufakis bereut eine opulente Fotoserie mit seiner Frau in dem französischen Magazin „Paris Match“. Varoufakis hatte sich von dem Blatt inmitten der schweren Finanzkrise seines Landes im Dolce-Vita-Stil fotografieren lassen. „Ich frage mich: Gefällt mir diese Ästhetik? Nein. Und ich bereue es. Wir beide (er und seine Frau) bereuen es“, sagte Varoufakis am Sonntag im griechischen Fernsehen.

          In den vergangenen Tagen hat sich eine Diskussion um Varoufakis' persönliche Zukunft entwickelt. Auch seine Neigung zu häufigen Interviews steht in der Kritik. Sein Verhältnis zu anderen europäischen Finanzministern gilt schon seit Wochen als ausbaubar, entscheidende Verhandlungen wurden an ihm vorbei geführt.  Am Samstag fand ein wichtiges Krisentreffen von Ministerpräsident Alexis Tsipras zur Zukunfts Griechenland ohne ihn statt - offiziell, weil Varoufakis eine Wirtschaftskonferenz in Italien besuchte.

          In der griechischen Regierung wurde Varoufakis verteidigt. Einige Medien verwandelten hier „Wunschträume“ in Nachrichten, wurde in Athen erklärt.

          Varoufakis erklärte am Sonntag, warum er sich auf die Fotos in der französischen Illustrierten eingelassen habe. „Der Text, der diese Reportage begleitet, hat für uns (Griechenland) politisch sehr viel Gutes in Frankreich gebracht (...) Ich wünschte nur, es gäbe diese Fotos nicht“, sagte Varoufakis.

          Am Freitag hatte „Paris Match“ mehrere Fotos des Finanzministers und seiner Frau in ihrem Penthouse in einem der teuersten Stadtviertel Athens unterhalb der Akropolis veröffentlicht. Einfache Bürger zeigten sich im Fernsehen verwundert, dass sich Varoufakis angesichts der Schuldenkrise stundenlang für solche Fotoproduktionen Zeit nehme. Allerdings berichtete selbst die konservative Zeitung „Kathimerini“, dass die Empörung außerhalb Griechenlands größer gewesen sei als die im Land.

          Die griechische Boulevardpresse hatte kürzlich ausgerechnet, dass Varoufakis binnen 30 Tagen mehr als 40 Interviews vor allem im Fernsehen gegeben hat. Kritik an den Fotos war auch aus Regierungskreisen gekommen. „Ich bin offen für Kritik“, sagte Varoufakis dazu.

          Am Sonntagabend allerdings steht Varoufakis auf der Gästeliste der Talkshow von Günther Jauch.

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