https://www.faz.net/-gqu-83mne

Eurokrise : Kein Durchbruch in Riga

  • Aktualisiert am

Kanzlerin Angela Merkel mit Griechenlands Regierungschef Alexis Tsipras (l.) und dem französischen Staatspräsidenten François Hollande in Riga Bild: AP

Deutschland, Frankreich und Griechenland haben im Schuldenstreit keinen Konsens gefunden. Es bestünden weiter die bekannten Differenzen, hieß es nach einem nächtlichen Treffen von Kanzlerin Merkel, Präsident Hollande und Ministerpräsident Tsipras in Riga. Den Griechen läuft die Zeit davon.

          1 Min.

          Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident François Hollande haben in Riga mehr als zwei Stunden mit dem griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras über Lösungsmöglichkeiten für Athens Schuldenkrise diskutiert. Die drei trafen sich am Rande des EU-Gipfels in einem Hotel, um über ein Ende des Streits über neue Milliardenhilfen für Athen zu beraten. Es bestünden weiter die bekannten Differenzen, teilte die griechische Seite nach dem Gespräch mit. Dennoch sei man einer Einigung näher gekommen, hieß es aus Regierungskreisen.

          Konkretes hatten die Regierungen jedoch nicht zu berichten: Eine deutsche Regierungssprecherin sagte, das Gespräch habe in „konstruktiver Atmosphäre“ stattgefunden: „Im Mittelpunkt stand der angestrebte erfolgreiche Abschluss des laufenden Hilfsprogramms.“ Es habe Einigkeit darüber bestanden, dass die Gespräche der griechischen Regierung mit den drei Institutionen IWF, EZB und EU-Kommission fortzusetzen seien. Merkel, Hollande und Tsipras seien übereingekommen, „in nächster Zeit in engstem Kontakt zu bleiben“. Weitere Einzelheiten wurden nicht genannt. Es sei Stillschweigen vereinbart worden, hieß es.

          Das deutsch-französisch-griechische Treffen ging bis nach Mitternacht. Hollande hatte zuvor betont, dass es bei dem Gespräch darum gehen werde, Lösungen im Rahmen der Euro-Gruppe vorzubereiten. Er sprach von möglichen Sitzungen der Euro-Finanzminister Ende Mai oder Anfang Juni. Hollande erklärte zugleich, es gehe nicht um konkrete Verhandlungen mit Griechenland, die das Land mit IWF, EZB und EU-Kommission führen müsse.

          Griechische Regierungsvertreter hatten in den vergangenen Tagen mehrfach gewarnt, dass sich die Regierung auf die Zahlungsunfähigkeit zubewege. Den Partnern der Eurozone, der EZB und dem IWF reichten die Reformzusagen aus Athen bisher nicht aus. Diese sind Voraussetzung für weitere Finanzhilfen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Nach Tod von George Floyd : Die Wut wächst

          Tausende Menschen sind in London, Berlin und Kopenhagen wegen des gewaltsamen Tods des Afroamerikaners George Floyd auf die Straße gegangen. In Amerika eskaliert die Lage weiter. Donald Trump macht die Antifa verantwortlich – und will sie als Terrororganisation einstufen lassen.

          Mit 84 Jahren gestorben : Verhüllungskünstler Christo ist tot

          In Deutschland hat Christo die Verhüllung des Reichstags vor 25 Jahren ewigen Ruhm gebracht. Weltweit faszinierte die Schönheit seiner in abstrakte Objekte verwandelten Gebäude und Landschaften Millionen. Nun ist er gestorben.

          Öffnung der Gastronomie : Als das Krisengefühl verschwand

          Früher galten die Deutschen als Stubenhocker. Doch in der Krise zeigt sich, was sonst nicht ins Bewusstsein dringt: Die Gastronomie ist systemrelevant. Seit wann ist das eigentlich so? Über die erstaunliche Bedeutung einer Leitbranche.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.