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Lagarde zu Griechenland : IWF: Wir spielen keine Spielchen

  • Aktualisiert am

IWF-Chefin Lagarde hat sich direkt an Griechenlands Ministerpräsidenten gewendet. In einem Brief beschwichtigt sie, der IWF spiele keine Spielchen mit Athen. Bild: Reuters

Nach der Veröffentlichung angeblich geheimer IWF-Absprachen zur Lage in Griechenland spricht die Chefin des Währungsfonds. Und sagt, was sie immer sagt.

          Der Internationale Währungsfonds spielt IWF-Chefin Christine Lagarde zufolge in den Verhandlungen mit Griechenland fair. Die Französin teilte am Sonntagabend mit, der IWF werde den klammen Staat nicht aus taktischen Gründen näher Richtung Pleite treiben. Es sei Unsinn, dass der Fonds eine anstehende Rückzahlung von Geldern als Druckmittel einsetzen wolle, heißt es in einem Brief (hier nachzulesen) an den griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras.

          Wikileaks hatte zuvor die angebliche Abschrift einer Telefonkonferenz zwischen drei IWF-Mitarbeitern veröffentlicht. Darin wird IWF-Europa-Chef Poul Thomsen so zitiert, als sei er dafür, Druck auf Deutschland zu machen und Bundeskanzlerin Angela Merkel vor die Entscheidung zu stellen, was mehr koste: eine Beteiligung oder ein Rückzug des IWF an dem Hilfsprogramm für Griechenland. „Oder wählt sie den Schuldenerlass und damit das, was Griechenland nach unserer Meinung braucht, und behält uns an Bord?“ Das sei doch die Kernfrage.

          „Es sieht so aus, dass einige Leute Spielchen spielen – mit dem Ziel, uns zu destabilisieren“, sagte Tsipras der griechischen Wochenzeitung „Ethnos“. Das werde Griechenland aber nicht zulassen.

          Die deutsche Bundesregierung lehnte eine Stellungnahme zu dem Fall ab. Sie hatte in der Vergangenheit immer wieder betont, den IWF an Bord behalten zu wollen, nicht aber einen Schuldenschnitt anzustreben. Merkel dürfte Lagarde an diesem Dienstag in Berlin treffen.

          „Noch ein gutes Stück entfernt“

          Der Internationale Währungsfonds sieht eine Einigung auf ein „schlüssiges“ Rettungsprogramm für Griechenland noch nicht erreicht. Das geht aus einem Brief der IWF-Chefin Lagarde an den griechischen Ministerpräsidenten hervor. Sie habe immer wieder betont, „dass wir nur ein Programm unterstützen können, das glaubwürdig ist und auf realistischen Voraussetzungen basiert“. Lagarde ergänzte, die Verhandlungen über weitere Hilfen für Griechenland stünden noch nicht vor dem Abschluss. Eine Einigung sei „noch ein gutes Stück entfernt“.

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          Ziel müsse sein, „Griechenland auf einen robusten Wachstumspfad zu bringen und zugleich seine Schuldentragfähigkeit wiederherzustellen“, schrieb Lagarde. Andernfalls könne es kein Vertrauen wiederherstellen und bald wieder gezwungen sein, weitere fiskalische Maßnahmen zu treffen. „Im Interesse des griechischen Volkes müssen wir diese Verhandlungen zu einem raschen Abschluss bringen“, betonte die IWF-Chefin.

          In dieser Woche überprüfen die internationalen Geldgeber abermals, wie weit Griechenland mit Reformen gekommen ist und wie es um die wirtschaftliche Entwicklung des Landes steht. Diese erste Überprüfung des dritten Hilfsprogramms ist insofern von Bedeutung, als im Falle eines positiven Befundes eine Diskussion über eine abermalige Schuldenerleichterung für das Land auf die Tagesordnung der Euro-Finanzminister kommen dürfte. Nach Informationen von FAZ.NET liegen die Vertreter der Geldgeber mittlerweile übrigens ohnehin nicht mehr so weit auseinander, wie es die angeblichen Wikileaks-Enthüllungen suggerieren.

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