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Angebliche Vorauszahlung : Russland bestreitet finanzielle Hilfen für Athen

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Was haben sie beschlossen? Der griechische Regierungschef Alexis Tsirpas und Russlands Präsident Wladimir Putin im Kreml Anfang April Bild: Reuters

Um Griechenland aus der Patsche zu helfen, könnten kurzfristig fünf Milliarden Euro nach Athen fließen. Hieß es. Das streitet der Kreml ab: Niemand habe um Finanzhilfe gebeten.

          Russland hat Berichte dementiert, wonach das klamme Griechenland schon bald mit einer Milliarden-Zahlung aus Moskau rechnen kann. Es gebe keine solche Vereinbarung zwischen beiden Ländern, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow dem Sender Business FM. „Russland hat keine finanzielle Hilfen zugesagt, weil niemand darum gebeten hat.“

          Spiegel Onlinehatte zuvor berichtet, voraussichtlich am Dienstag würden Russland und Griechenland ein Energieabkommen unterzeichnen, das Athen kurzfristig bis zu fünf Milliarden Euro einbringen könnte. Das Geld solle als Vorauszahlung für die neue Pipeline Turkish Stream fließen, die russisches Gas über die Türkei und Griechenland nach Europa bringen soll, hieß es unter Berufung auf einen Beamten der Regierungspartei Syriza. Die drei bis fünf Milliarden Euro sollen Spiegel Online zufolge eine Vorauszahlung auf zukünftige Gewinne sein, die Griechenland später durch die Transitgebühren einnehmen könnte.

          Mehr Zusammenarbeit mit Moskau

          Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras hatte vor knapp zwei Wochen Moskau besucht. Dabei hatte er den Angaben zufolge keine direkten Hilfszusagen erhalten. Der russische Präsident Wladimir Putin und er hatten aber angekündigt, dass beide Länder ihre Wirtschaftskontakte verstärken wollen und eine Zusammenarbeit bei Turkish Stream anstreben.

          Russland plant nach dem Stopp des Gaspipeline-Projekts South Stream durch Bulgarien im Januar eine neue Verbindung durch die Türkei, die 2019 in Betrieb gehen soll. Damit auch die EU darüber versorgt werden könnte, müsste ein Anschluss durch Griechenland gebaut werden.

          Nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung verlautete aus der EU-Kommission aber, der griechische Energieminister Lafazanis habe schon am Donnerstag dem zuständigen EU-Kommissar gesagt, dass es einen solchen Deal mit Russland nicht geben werde. Im Übrigen unterliege jedes Projekt in der EU der Genehmigung durch die Kommission – daran waren die Russen gerade erst mit „South Stream“ gescheitert.

          Schäuble für Finanzspritze

          Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hatte am Samstag in Washington gesagt, er würde es begrüßen, wenn Griechenland über ein Energiegeschäft mit Russland frisches Geld bekommen würde. Die Finanzprobleme des Landes würde dies aber nicht lösen.

          Griechenland braucht dringend Geld, auch um seine hohen Schulden bei seinen internationalen Gläubigern zu bedienen. Wann genau die staatlichen Kassen leer sind, steht allerdings nicht fest.

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