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Griechenlands Schuldenkrise : Amerikas Angst vor dem Grexit

Amerikas Finanzminister Jack Lew sitzt zwar nicht direkt am Verhandlungstisch: Unzählige Male hat er aber schon zu einem Kompromiss aufgerufen zwischen Athen und den Geldgebern. Bild: AFP

Wenn es in Europas Währung Schwierigkeiten gibt, macht sich Amerika Sorgen – von der Regierung bis zum Investor. Mancher zweifelt gleich an der ganzen Währungsunion.

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          Wenn Griechenland mit den Geldgebern verhandelt, dann sitzt eine Partei nicht direkt mit am Tisch, die gleichwohl ein gewichtiges Wort mitzureden hat: Die Vereinigten Staaten von Amerika. Washington mischt sich regelmäßig in den Schuldenstreit ein. Mal öffentlich. Mal mehr hinter den Kulissen. Aber stets mit der Forderung, beide Seiten müssen sich bewegen, die Griechen endlich ernsthafte weitere Reformen anpacken und die Gläubiger weniger harte Sparmaßnahmen hinnehmen - und vielleicht einen abermaligen Schuldenschnitt akzeptieren. Die Angst vor der Griechenland-Krise ist in Amerika weit verbreitet – nicht nur in der Regierung.

          Alexander Armbruster

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft Online.

          „Sie können Länder, die sich mitten in einer Depression befinden, nicht immer weiter ausquetschen", sagte der amerikanische Präsident Barack Obama höchstselbst in einem Interview mit dem Fernsehsender CNN schon im Februar, das sofort in Europa Kreise zog. Seitdem hält er sich mit öffentlichen Bekundungen zurück. Stattdessen schaltet sich sein Finanzminister Jack Lew immer wieder ein - während einer Konferenz in London forderte er zum Beispiel den Internationalen Währungsfonds zu Flexibilität auf. Das ist insofern von Belang, als die Vereinigten Staaten der größte einzelne Anteilseigner des IWF sind und seit dessen Gründung maßgeblich (mit)entscheiden, wo und wie er sich engagiert. Auch in Athen soll Lew dieser Tage (nach dem angekündigten Referendum) angerufen und den griechischen Regierungschef Tsipras gedrängt haben, sich mit den Geldgebern zu einigen, auf sie zuzugehen und mutige Reformen auf den Weg zu bringen.

          Dass Washington zumal in Berlin auf Zugeständnisse drängt, liegt an der Führungsrolle, die der Bundesrepublik mittlerweile in Europa zukommt. Einen vehementen Wunsch aus dem Weißen Haus wiederum kann eine deutsche Bundesregierung – anders als mancher Kommentator – nicht einfach beiseite wischen. Aus historisch-strategischer Verbundenheit nicht. Und auch nicht aus einer simplen Kosten-Nutzen-Gegenüberstellung: Die amerikanischen Steuerzahler finanzieren zum Beispiel die Armee, die über die Handelswege auf der ganzen Welt wacht - für die Exportnation Deutschland nicht unerheblich. Außerdem ist die größte Wirtschaftsmacht auf dem Globus einer der wichtigsten Absatzmärkte der deutschen Wirtschaft. Wer für Deutschland Entscheidungen trifft, überlegt sich zweimal, ob er eine Bitte aus Washington abschlägt, auch wenn sie Geld kostet.

          Warum machen sich die Vereinigten Staaten dafür stark, dass Griechenland in der Währungsunion bleibt und unbedingt eine Einigung mit den Gläubigern her muss? Ein sehr lesenswerter Artikel in der „New York Times“ zu dieser Frage beginnt so: „Als in Griechenland ein Bürgerkrieg tobte und der Schatten sowjetischer Dominanz über Europa hing im Jahr 1947, forderte Präsident Harry S. Truman 'sofortige und entschiedene' Maßnahmen (...) um Griechenland im Westen zu halten. Griechenland nicht zu helfen in dieser 'schicksalhaften Stunde', warnte Truman, werde weitreichende Auswirkungen auf den Westen wie den Osten haben.“

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