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Nach Wahlsieg : Tsipras will über Schulden nachverhandeln

  • Aktualisiert am

Alexis Tsipras im Wahlkampf Bild: AFP

Die Verhandlungen mit Griechenlands Geldgebern gehen in die nächste Runde. Der designierte Ministerpräsident räumt einer Schuldenerleichterung höchste Priorität ein.

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          Nach dem überraschend klaren Wahlsieg seiner Partei Syriza bei der Parlamentswahl in Griechenland am Sonntag will der designierte Ministerpräsident Alexis Tsipras Parteikreisen zufolge auf Schuldenerleichterungen der Geldgeber dringen. Das Thema habe für den Parteichef höchste Priorität, sagte ein Syriza-Vertreter am Montag.

          Bereits im kommenden Monat steht die Überprüfung der Reformen durch Vertreter der Europäischen Union, des Internationalen Währungsfonds, der Euro-Zone und des Euro-Rettungsfonds ESM an. Die Reformen sind die Voraussetzung für die schrittweise Auszahlung des dritten Hilfspakets in Höhe von 88 Milliarden Euro.

          Im April wies das Euro-Mitglied eine Verschuldung von 301,5 Milliarden Euro auf, was 168,8 Prozent der Wirtschaftsleistung entsprach. Vor allem zwischen den Euro-Staaten und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) gab es Streit darüber, welcher Schuldenstand für Griechenland zu bewältigen ist.

          Streckung der Rückzahlungen nicht ausgeschlossen

          „Wir setzen die Verhandlungen mit den Geldgebern fort, wobei die Schuldenfrage die erste und wichtigste Schlacht sein wird“, sagte der Parteivertreter. Ein nominaler Schuldenerlass stößt in der Euro-Zone auf Widerstand. Allerdings wird eine Streckung der Rückzahlungsverpflichtungen nicht ausgeschlossen.

          Tsipras war im August zurückgetreten, nachdem er die Hilfs- Vereinbarung nach monatelangem Streit über die Reform-Auflagen schließlich unterschrieben hatte. Am Sonntag wurde seine Partei mit 35,5 Prozent der Stimmen erneut stärkste politische Kraft. Tsipras hat eine Neuauflage der Koalition mit den rechtspopulistischen „Unabhängigen Griechen“ angekündigt.

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