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Vor Moskau-Besuch : Tsipras stellt sich gegen Russland-Sanktionen

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Alexis Tsipras – hier bei einem Treffen mit seinen EU-Kollegen in Brüssel. Bild: AFP

Auf der Suche nach Geldgebern umgarnt Griechenlands Ministerpräsident jetzt Russland. Er will einen „Neuanfang in den Beziehungen“ – und beschwert sich über die Sanktionen des Westens.

          Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras hat sich gegen die Sanktionen der westlichen Staaten gegen Russland ausgesprochen. Sie seien eine „Straße ins Nichts“, sagte Tsipras in einem Interview mit der russischen Nachrichtenagentur Tass.

          Griechenland steht kurz davor, seine Rechnungen nicht mehr bezahlen zu können. Seit Wochen klaubt sich die Regierung Geld aus immer neuen Kassen zusammen – der Rentenversicherung, der Krankenversicherung und sogar der Athener U-Bahn. Als nächstes gefährliches Datum gilt der 9. April, wenn das Land mehr als 400 Millionen Euro an den Internationalen Währungsfonds zurückzahlen muss. Griechenlands Kreditgeber aus Europa und dem Internationalen Währungsfonds wollen der neuen Regierung erst dann mehr Geld leihen, wenn sie sich zu Reformen bereiterklärt. Die bisherigen Vorschläge aus Griechenland sind den Kreditgebern aber zu unkonkret.

          „Sinnlose Sanktionspolitik“

          Jetzt umgarnt Griechenland Russland in der Hoffnung auf wirtschaftliche Erleichterungen. Derzeit ist Griechenlands Energieminister Panagiotis Lafazanis zu Gesprächen in Russland, in denen es um Entgegenkommen in Sachen Energierechnung geht. Am 8. April will Ministerpräsident Alexis Tsipras nach Moskau reisen.

          Derzeit hat Moskau als Reaktion auf die Sanktionen alle Einfuhren westlicher Lebensmittel blockiert. In dem Interview warb Tsipras dafür, dass Russland griechische Lebensmittel ins Land lässt.

          „Sie wissen, dass in den vergangenen Jahren das Verhältnis unserer Länder verschlechtert wurde, weil frühere Regierungen meines Landes nicht alles getan haben, um diese sinnlose Sanktionspolitik zu verhindern“, wird Tsipras zitiert. Tsipras hält sich in dem Interview einen Widerspruch gegen Russland-Sanktionen der EU kurz nach seiner Wahl zugute.

          Sein Besuch sei eine „Gelegenheit für einen wahren Neuanfang in den russisch-griechischen Beziehungen, die sehr tiefe geschichtliche Wurzeln haben“, sagte Tsipras laut Tass. Tatsächlich haben die beiden Länder kulturelle Gemeinsamkeiten, zum Beispiel in ihren orthodoxen Varianten des Christentums.

          Die Nachrichtenagentur zitiert Tsipras mit den Worten: „Wir sollten sehen, wie unsere Nationen und Länder in vielen Bereichen zusammenarbeiten können, zum Beispiel in Wirtschaft, Energie, Handel und Landwirtschaft.“ Als Mitglied der Europäischen Union könne Griechenland eine Brücke zwischen dem Westen und Russland sein.

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