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Griechenland-Szenario 2 : Schuldenschnitt

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Griechenlands Schulden - wie geht's weiter? Schuldenschnitt Bild: Frank Röth

Griechenland, die Schulden und der Staatsbankrott. Aber wie geht's weiter? Szenario 2: Schuldenschnitt!

          1 Min.

          Der Weg: Sollten die Griechen ihre Schuldenlast nicht mehr stemmen können, obwohl sie ihr Sparprogramm erfolgreich abschließen - dann steht der Staatsbankrott vor der Tür. Er könnte beispielsweise nach dem Modell von Argentinien verlaufen. Das Land erklärte seine Zahlungsunfähigkeit - und tauschte nach Verhandlungen mit den Gläubigern alte Staatsanleihen, die nicht mehr bedient wurden, mit einem Abschlag gegen neue. Durchschnittlich verlieren die Gläubiger in solchen Fällen etwa 50 Prozent. Auch in Griechenland halten viele Experten eine Halbierung der Schuldenlast für nötig.

          Die Folgen: Das hätte gewaltige Auswirkungen für die Gläubiger, vor allem die Banken. Sie müssen die Staatsanleihen, die zum Teil noch zum Anschaffungswert in den Büchern stehen, abschreiben. Einige Banken könnten das vermutlich nicht verkraften. Sie müssten von den jeweiligen Staaten abermals gerettet werden, das heißt mit neuem Kapital ausgestattet. Ob das viele betrifft, ist allerdings nicht bekannt. Engagiert sind in Griechenland vor allem französische, aber auch deutsche Banken.

          Varianten: Denkbar wären auch andere Varianten der Umschuldung. So könnten alte griechische Anleihen gegen neue getauscht werden, die erst in vielen Jahren fällig werden. Die Rückzahlung würde so „gestreckt“. Wenn das zum gleichen Zins geschieht, ist die Wirkung ähnlich wie bei einer Umschuldung. Inwieweit die Banken als Gläubiger auch in einem solchen Fall die Anleihen abschreiben müssten, ist umstritten. Ein Banken-Wirtschaftsprüfer erklärt das so: „Wenn dennoch weiterhin die Zinszahlungen erfolgen, verfügt man, solange man weiter an die letztliche Rückzahlung glauben kann, über eine werthaltige Anlage - muss also im Anlagevermögen nicht abschreiben.“

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