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Geldpolitik : EZB schüttet Milliarden-Gewinn aus

  • Aktualisiert am

Die EZB verdient bares Geld - sie schafft es nicht nur. Bild: dpa

Die Europäische Zentralbank hat letztes Jahr fast 1,5 Milliarden Euro verdient. Viel davon stammt aus Zinsen auf gekaufte Staatsanleihen. Notenbank-Chef Draghi verdiente beinahe 380.000 Euro.

          Die Europäische Zentralbank (EZB) hat im vergangenen Jahr beinahe anderthalb Milliarden Euro Gewinn gemacht. Unter dem Strich bleibt ein Überschuss in Höhe von 1,44 Milliarden Euro, teilte die Notenbank der Währungsunion mit. Im Jahr zuvor hatte die EZB noch weniger als eine Milliarden Euro Gewinn gemacht.

          Zugleich teilte die EZB mit, dass sie ihre Risikovorsorge im vergangenen Jahr nur leicht ausbaute: Sie führte den entsprechenden Rückstellungen noch einmal 400.000 Euro zu. Im Jahr 2012, in der akuten Phase der Schuldenkrise, hatte EZB-Präsident Mario Draghi noch rund 1,2 Milliarden Euro dafür zurückgelegt. Den Angaben zufolge soll fast der gesamte nun erzielte Nettogewinn, 1,43 Milliarden Euro, an die Zentralbanken der Euro-Länder verteilt werden.

          Die Bundesbank bekommt entsprechend des Kapitalschlüssels der EZB davon gut ein Viertel. Bereits in dieser Woche war durchgesickert, dass die Bundesbank selbst in diesem Jahr rund zwei Milliarden Euro Gewinn an Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble für den Bundeshaushalt überweisen kann.

          Die EZB verdient unter anderem Geld mit der Ausgabe von Banknoten und durch Zinsen auf die von ihr gehaltenen Staatsanleihen, die sie zwischen den Jahren 2010 und 2012 erworben hatte, um gegen die Euro-Krise vorzugehen. Aus diesen Beständen stammten 2013 nach Angaben der Zentralbank 962 Millionen Euro - rund 430 Millionen Euro sind auf die von der Zentralbank gehaltenen griechischen Staatsanleihen zurückzuführen.

          Das Europäische System der Zentralbanken, zu dem neben der EZB die nationalen Notenbanken gehören, hält noch Staatsanleihen aus diesem Kaufprogramm mit einem Nominalwert von 186 Milliarden Euro - diese haben wiederum einen Buchwert von 179 Milliarden Euro. Die Laufzeit beträgt im Durchschnitt 3,9 Jahre. Der größte Brocken entfällt auf Anleihen aus Italien (fast 90 Milliarden Euro), gefolgt von Spanien (39 Milliarden Euro) und Griechenland (28 Milliarden Euro).

          EZB-Präsident Mario Draghi verdiente im vergangenen Jahr knapp 380.000 Euro, sein Stellvertreter Vitor Constancio rund 324.000 Euro, der mittlerweile nach Berlin gewechselte ehemalige EZB-Direktor Jörg Asmussen bekam etwa 270.000 Euro. Zum Vergleich: Janet Yellen, die neue Präsidentin der amerikanischen Notenbank Federal Reserve, soll gut 200.000 Dollar bekommen. Der britische Notenbank-Boss Mark Carney bekommt eine deutlich höhere Vergütung von 874.000 Pfund (beinahe 1,5 Millionen Dollar).

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