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Finanzkrise : Irland holt sich Staatsgelder von der Bank of Ireland zurück

  • Aktualisiert am

Vor der „Bank of Ireland“ in Dublin Bild: dpa

Irland verlässt voraussichtlich Ende kommender Woche als erstes Euro-Land den Rettungschirm, mit dem das Land vor der Pleite bewahrt wurde. Irland untermauert den Ausstieg mit dem Verkauf von Anteilen an der Bank of Ireland.

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          Die irische Regierung hat angkündigt, ein Paket von Vorzugsaktien der während der Finanzkrise geretteten Bank zu veräußern. Indem sich die Regierung 1,84 Milliarden Euro zurückholt, will sie internationalen Investoren demonstrieren, dass das Bankensystem des Landes auf dem Weg der Besserung ist. Das Platzen der riesigen Immobilienblase hatte das Land und das Finanzsystem seinerzeit an den Rande des Bankrotts getrieben. Finanzminister Michael Noonan sagte, der Verkauf werde Irland helfen, an die Finanzmärkte zurückzukehren.

          Zur Rettung des Bankensystems hatten die irischen Behörden die Bank of Ireland im März 2009 mit erheblichen Summen gestützt. Der jetzige Plan sieht vor, dass die Bank 580 Millionen Euro über die Platzierung von Stammaktien aufnimmt. 537 Millionen Euro davon werden genutzt, um Vorzugsaktien der Regierung zurückzukaufen. Ihre restlichen Aktien im Volumen von rund 1,3 Milliarden Euro wird die Regierung an internationale Investoren verkaufen.

          Noch im Dezember will Irland die letzten Notkredite zurückzahlen

          Mit dem Teilrückkauf der Aktien hält die Bank of Ireland die vorgegebene Frist ein. Denn fünf Jahre nach der Rettung, also im März 2014, wäre der Rückkauf um 25 Prozent teurer geworden.

          Irland schickt sich an, die seit 2010 bestehenden internationalen Rettungsprogramme zu verlassen. Noch im Dezember sollen die letzten Notkredite von der EU und dem Internationalen Währungsfonds zurückgezahlt werden.

          Die Regierung musste seinerzeit eine Handvoll irischer Banken retten, die durch das Platzen der Immobilienblase hart getroffen wurden. Die Bank of Ireland hat nach eigenen Angaben das Geld zurückgezahlt, das die irischen Steuerzahler hineingesteckt hatten. Im Bankensystem insgesamt wird der irische Staat aber wohl nur einen geringen Teil der Rettungsgelder wiedersehen.

          Zumindest brauchen die Bank of Ireland, die Allied Irish Banks und Permanent TSB nach Prüfung der Bilanzen durch die Notenbank des Landes kein weiteres Kapital, wie sie diese Woche bekanntgegeben hatten. Die Bank of Ireland wurde jedoch aufgefordert, weitere Risikovorsorgen für notleidende Kredite zu bilden.

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