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F.A.Z.-Stellenreport : Back dir deine Zukunft

Backe, backe Kuchen: Mit Gesang und Kinospots werben Bäcker um Nachwuchs Bild: Kaufhold, Marcus

Die Engpässe am Arbeitsmarkt verlagern sich. Während sich die Mangelsituation im Bereich der Ingenieure entspannt, sind es zunehmend Auszubildende und Facharbeiter, die den Unternehmen fehlen.

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          Noch musste kein Hotel wegen Fachkräftemangel schließen - aber manche Großveranstaltung ist schon ausgefallen, weil das Hotel nicht genügend Mitarbeiter zur Verfügung hatte. Und die Lage spitzt sich weiter zu. Nach einer Studie von Christian Buer von der Hochschule Heilbronn werden im Jahr 2020 der deutschen Hotellerie etwa 300.000 Fachkräfte fehlen. „Hotels stehen nicht nur im Wettbewerb um potentielle Gäste, sondern im gleichen Maße im Wettbewerb um gute Mitarbeiter“, sagt Marcus Smola, Geschäftsführer der Best Western Hotels Deutschland GmbH aus Eschborn bei Frankfurt. Es müssten Arbeitsmärkte im Ausland angesprochen werden, aber auch attraktive Teilzeitmodelle oder Wiedereingliederungsprogramme für Mütter, Väter und Senioren entwickelt werden, fordert Smola.

          Georg Giersberg

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Der Betriebswirt“.

          Ähnlich schwierig sieht die Lage in der Gastronomie aus. Arbeit in der Küche, im Service oder am Empfang sind keine beliebten Aufgaben. Daran haben auch Kochsendungen im Fernsehen nichts geändert. „Wir müssen vom Negativimage der Branche weg“, betont Smola. „Kaum eine andere Branche hat ein so breites Spektrum an verschiedenen Jobs und Entfaltungsmöglichkeiten. In kaum einer anderen Branche kann man so schnell und nachhaltig Karriere machen.“

          Zahl der offenen Stellen nur leicht zurückgegangen

          Die Hotellerie und Gastronomie stehen aber mit ihren Schwierigkeiten, Nachwuchs zu finden, nicht allein. Sie ist sogar typisch für eine gewisse Wende am Arbeitsmarkt. Jahrelang wurde - auch aufgrund international vergleichender Studien - in Deutschland ein Akademikermangel beschrieben. Seit fast genau zehn Jahren wird hierzulande ein Ingenieurmangel beklagt. „Der Verein Deutscher Ingenieure VDI geht von mindestens 15000 Ingenieurstellen in Deutschland aus, die nicht besetzt werden können“, sagte VDI-Direktor Willi Fuchs im Frühjahr 2004. Die Lage wurde immer dramatischer und die Zahlen immer höher. Im Jahr 2011 waren durchschnittlich 92.000 offene Stellen für Ingenieure nicht besetzt.

          Das Klagen der Berufsverbände und der Branchen hat sich offenbar gelohnt. „Die Situation auf dem Arbeitsmarkt für Ingenieure hat sich im Jahr 2012 erstmals seit Jahren entspannt“, teilte Fuchs auf der diesjährigen Hannover Messe mit. Dennoch gibt es weiterhin etwa 70.000 Stellen für Ingenieure, die derzeit nicht besetzt werden können, davon werden für mehr als die Hälfte der Stellen Bewerber mit den Schwerpunkten Maschinen- und Fahrzeugbau sowie Energie- und Elektrotechnik gesucht. Die Zahl der offenen Stellen ist also nur leicht zurückgegangen.

          Stellenabbau weltweit

          Seit dem Jahr 2005 ist die Zahl der Ingenieure in Deutschland von 1,4 auf 1,62 Millionen gestiegen, was einer Zunahme um 16 Prozent entspricht. Noch stärker, nämlich um 66 Prozent von 34.000 auf 56.000, ist aber die Zahl der Absolventen ingenieurwissenschaftlicher Studiengänge gestiegen. Fuchs sieht darin einen Erfolg gelockerter Zuwanderungsbedingungen, vor allem aber einen Erfolg der Bemühungen der Berufsverbände um Schüler, sich doch einem ingenieurwissenschaftlichen Studium zuzuwenden.

          Der ausländische Erfolg erstreckt sich nicht nur auf die vieldiskutierte Rekrutierung in Spanien. Im Gegenteil. Nach einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaft IW in Köln kommen drei Viertel aller 156.000 Ingenieure mit ausländischer Staatsangehörigkeit zwar aus Europa, aber innerhalb Europas vor allem aus Russland (15.000), Polen (11.000) und Frankreich (10.000). Die Ingenieure mit außereuropäischer Herkunft kommen vor allem aus der Türkei (7200), Iran (5300), Indien (4900) und China (3800).

          Die zunehmende Zahl von Studenten hat aber den Nachteil, dass jetzt die Stellen unterhalb der akademischen Ausbildung immer schwerer zu besetzen sind. Zusätzlich verdrängen hier auch zunehmend die Großunternehmen die mittleren und kleinen Betriebe. Der Chemiekonzern BASF wirbt heute auch um Hauptschüler ohne Abschluss, um diese auf Kosten des Unternehmens für einen Schulabschluss und für eine Lehre fit zu machen.

          Diesen zunehmenden Druck spüren dann am Ende die Handwerker, der Handel und die Gastronomie oder Hotellerie. „Initiativbewerbungen für Lehrstellen zum Koch gibt es fast keine mehr“, beklagt ein Restaurantbetreiber. Man sei gerade an der Schwelle zu jener Situation, in der man den Betrieb nicht mehr vollumfänglich aufrechterhalten könne - mangels Mitarbeitern. Ähnlich sieht die Situation im Gesundheitswesen aus. Personalengpässe und Kostendruck seien die größten Herausforderungen für kommunale Krankenhäuser, zeigt eine kürzlich veröffentlichte Studie der Beratungsgesellschaft Deloitte. Danach klagen 86 Prozent der Kliniken über Engpässe beim Pflegepersonal.

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