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F.A.Z.-Konjunkturbericht : Im Euroraum keimt Hoffnung

  • -Aktualisiert am

Es wächst: Langsam kehrt das Vertrauen in die europäische Wirtschaft zurück. Bild: Rojas, Diana Cabrera

2019 drohten ein Handelskrieg zwischen Amerika und China und ein chaotischer Brexit – doch das Schlimmste scheint jetzt überstanden. Zum Aufatmen ist es aber dennoch zu früh, zeigt der monatliche F.A.Z.-Konjunkturbericht.

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          Die Wirtschaft im Euroraum ist anscheinend noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen. Allen Rezessionsängsten zum Trotz ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2019 nach ersten Schätzungen des europäischen Statistikamts Eurostat um 1,2 Prozent gewachsen. Das ist deutlich weniger als in den Jahren 2017 und 2018, als die Wachstumsraten noch 2,4 und 1,8 Prozent betragen hatten, aber völlig abgewürgt ist der Wachstumsmotor auch nicht. „In Anbetracht der zahlreichen Schocks, die uns getroffen haben, ist es gerade noch mal gutgegangen“, sagt Holger Schmieding, Chefvolkswirt der Berenberg Bank. Handelskonflikte, eine schwächelnde Weltwirtschaft und die Gefahr eines ungeordneten Brexits hatten für massive Verunsicherung gesorgt und die Industrie ins Straucheln gebracht: Investitionen wurden aufgeschoben, Aufträge storniert und die Produktion gebremst.

          Bild: F.A.Z.
          Svea Junge
          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Nun macht sich Hoffnung breit, dass das Schlimmste überstanden ist. „Die Stimmungsindikatoren zeigen, dass der Boden beim Industriesektor erreicht ist“, sagt Michael Holstein, Konjunkturfachmann der DZ Bank. Die Einkaufsmanagerumfrage des Londoner Markit-Instituts, die zu den wichtigsten Stimmungsbarometern zählt, dokumentierte zu Beginn des neuen Jahres eine verbesserte Stimmungslage in der Industrie: Der Wert für die Industrie kletterte von 46,3 auf 47,8 Punkte – wenngleich er damit noch immer unter der 50-Punkte-Marke rangiert, die Wachstum signalisiert.

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