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Kommentar : Immer die Deutschen

  • -Aktualisiert am

Mario Draghi gibt den Deutschen eine Mitschuld an den Nullzinsen. Besser wäre es, die EZB würde eine andere Frage stellen.

          Für einen Präsidenten der Europäischen Zentralbank, der stets und mit Recht die europäische Dimension seiner Arbeit betont, arbeitet sich Mario Draghi heftig und einseitig an den Deutschen ab. Hat ihn die Kritik deutscher Politiker an seiner Geldpolitik tiefer getroffen, als er zugeben mag?

          Erst ließ er die deutschen Sparer wissen, sie müssten ihr Geld ja nicht unverzinst auf dem Sparbuch liegen lassen, ohne zu erwähnen, dass höhere Erträge nur mit mehr Risiko zu haben sind. Jetzt gibt er den Deutschen sogar die Schuld an der Misere, indem er den heimischen Sparüberschuss zur Ursache der Niedrigzinsen erklärt.

          Nachdem die EZB größter Käufer von Staatsanleihen wurde und Strafzinsen einführte, soll der Michel schuld am Nullzins sein? Es gibt viele Quellen für die Geldschwemme in der Welt, die Zentralbank ist eine davon. Für den schwachen Euro, der heimischen Exporteuren das Geschäft leichter macht, sorgt ebenfalls vor allem die EZB.

          Deutschland kann keine Wechselkurspolitik betreiben, ist aber trotzdem erfolgreich, weil Kunden aus aller Welt die hiesigen Produkte schätzen. Es wäre besser, die EZB würde fragen, warum deutsche Unternehmen so wenig im Euroraum investieren.

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