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Europas Schuldennot : Weitere Ratingagentur stuft Portugal herab

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Portugiesische Euromünzen auf einer Nationalflagge von Portugal: Braucht das stark verschuldete Land das Hilfsprogramm der EU? Bild: dpa

Kommt Portugal unter den Rettungsschirm der EU? Die dritte Ratingagentur hat das Land wegen seiner Schuldenprobleme herabgestuft. Sie rät der Regierung dringend zu Hilfen der EU.

          Nach Standard & Poor's und Fitch verpasst nun auch die dritte Ratingagentur Moody's Portugal wegen seiner Schuldenprobleme eine schlechtere Note. Zugleich drohten die Experten am Dienstag weitere Herabstufungen an, die von der Fähigkeit der Regierung in Lissabon abhingen, frisches Geld aufzunehmen. Die künftige Regierung müsse dringend auf Hilfen der Europäischen Union zurückgreifen, teilte Moody's weiter mit. Die Note werde aber nur um eine Stufe auf Baa1 gesenkt. Das spiegle wider, dass die europäischen Staaten Portugal wohl Geld zur Verfügung stellen würden.

          Moody's bewertet damit die Kreditwürdigkeit Portugals immer noch günstiger als S&P, aber nicht so optimistisch wie Fitch. Die Finanzminister der Euro-Zone sprechen Kreisen zufolge am Freitag über die Möglichkeiten, Portugal auch unter der Übergangsregierung bei der Lösung seiner Schuldenprobleme zu helfen.

          Am Markt wird damit gerechnet, dass das südwesteuropäische Land nach Irland und Griechenland auf internationale Finanzhilfen zurückgreifen muss. Erschwert wird die Lage jedoch durch den Rücktritt der sozialistischen Minderheitsregierung von Jose Socrates, nachdem sie im Parlament keine Mehrheit für ein weiteres Sparpaket gefunden hatte. Unklar ist, ob die Übergangsregierung über das Mandat verfügt, einen Hilferuf abzusetzen. Neuwahlen sind für den 5. Juni angesetzt.

          Portugiesische Banken drängen Regierung zu Hilferuf

          Portugals Banken wollen einem Zeitungsbericht zufolge in den kommenden Monaten den Kauf von Staatsanleihen des schuldengeplagten Landes einstellen und drängen die Regierung zu einem Ruf nach internationalen Finanzhilfen. Die Chefs der Banco Espirito Santo, der Millennium bcp und der Banco BPI hätten am Montag mit dem Chef der portugiesischen Notenbank über das Thema gesprochen, berichtete die Wirtschaftszeitung „Jornal de Negocios“ am Dienstag.

          Die Banker halten es für nötig, dass die Regierung noch vor der Wahl am 5. Juni internationale Finanzhilfen beantragt. Bei den beteiligten Instituten und der Zentralbank war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

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