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Europas Rettungsfonds : Koste es, was es wolle

  • -Aktualisiert am

EU-Kommissionspräsident Barroso will den Euro-Rettungsschirm erweiten: „Wir glauben, dass die Ausleihkapazität verstärkt und der Aktionsradius erweitert werden müssen”, sagte er Bild: dpa

Barroso und Rehn verlangen noch mehr Geld für den Rettungsfonds. Warum lassen sich Länder wie Deutschland von Barroso so treiben? Sieht Angela Merkel nicht, dass Deutschland zur Geisel von Banken wird, die ihr Kreditrisiko einfach auf den Steuerzahler abwälzen wollen?

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          Die Kursgewinne von Bankaktien zeigen, wessen Geschäft die EU-Rettungspolitiker betreiben. Just an dem Tag, an dem Portugal in einem nervösen Marktumfeld erfolgreich eine Anleihe begibt, verlangen der EU-Kommissionspräsident Barroso und der Währungskommissar Rehn noch mehr Geld für den Rettungsfonds, durch den überschuldete Euro-Staatsschuldner neue Kredite zu niedrigen Zinsen bekommen können (siehe Portugal: Aufatmen nach gelungener Anleiheemission und EU-Kommission will Rettungsschirm erweitern).

          Zwar wurde der 750 Milliarden große Gemeinschaftsfonds durch die Hilfe für Irland (vor allem irische Banken wurden gerettet) bislang nur zu einem kleinen Teil in Anspruch genommen. Aber das stört Barroso nicht, sein Motto lautet: „Wir verteidigen den Euro, koste es, was es wolle.“

          Doch warum lassen sich Länder mit (noch) bester Bonität wie Deutschland von Barroso so treiben? Sieht Kanzlerin Merkel nicht, dass Deutschland zur Geisel von Banken wird, die ihr Kreditrisiko einfach auf den Steuerzahler abwälzen wollen?

          Wenn – wie gewünscht – künftig zudem die Auszahlung aus dem Fonds nicht mehr an strenge Auflagen gebunden wird, dann freuen sich neben Boni-Bankern auch überschuldete Euro-Länder. Ihr Leben auf Pump wird dann auch noch belohnt.

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