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Europäische Zentralbank : Draghi soll neuer EZB-Chef werden

  • Aktualisiert am

Ein geldpolitischer Falke: der Römer Mario Draghi Bild: REUTERS

Europas Spitzenpolitiker sind sich offensichtlich einig: Der Italiener Mario Draghi soll dem Franzosen Jean-Claude Trichet an der Spitze der Europäischen Zentralbank nachfolgen. Am 24. Juni fällt die endgültige Entscheidung.

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          Die Eurogruppe hat den italienischen Notenbankchef Mario Draghi für die Nachfolge Jean-Claude Trichets als Präsident der Europäischen Zentralbank nominiert. Das gab der luxemburgische Ministerpräsident und Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker am Montagabend in Brüssel bekannt. Nachdem sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vergangene Woche hinter den Italiener gestellt hatte, war mit der Empfehlung durch die Eurostaaten gerechnet worden (siehe EZB: Merkel signalisiert Zustimmung für Draghi). Vor Merkel hatten schon Frankreich, Luxemburg und andere Länder ihre Zustimmung signalisiert.

          Draghi soll im Herbst die Nachfolge des Franzosen Trichet an der EZB-Spitze antreten. Am Dienstag muss er dafür noch von allen 27 EU-Staaten formell nominiert werden. Anschließend wird der 63 Jahre alte Notenbanker noch vom EU-Parlament angehört, bevor die EU-Staats- und Regierungschefs auf ihrem Gipfel am 24. Juni die endgültige Entscheidung treffen.

          „Er wird der nächste EZB-Chef“

          Juncker machte deutlich, dass er an der Wahl Draghis keinen Zweifel mehr habe: „Er wird der nächste EZB-Chef“, sagte er. Er vereinige in seiner Person alle erforderlichen Eigenschaften für den Job. Der frühere Spitzenbeamte, Investmentbanker und Professor steht seit 2006 an der Spitze der Banca d'Italia. Als Chef des Finanzstabilitätsrats (FSB) leitete er zudem im Auftrag der G20-Staaten die Reform des internationalen Finanzwesens nach der jüngsten Krise.

          Draghi ist ein geldpolitischer Falke, der für strikte Inflationsbekämpfung steht. Er galt seit dem Rückzug von Ex-Bundesbankchef Axel Weber als klarer Favorit im Rennen um die EZB-Spitze. Der Römer würde nach Trichet und dem Niederländer Wim Duisenberg der dritte Präsident der EZB.

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