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Eurokrise : Spaniens Staatsschulden auf neuem Rekordstand

  • Aktualisiert am

Krise in Spanien: Der Schuldenstand erreicht einen neuen Rekordwert. Bild: Röth, Frank

Spaniens Schuldenstand hat wegen der Bankenkrise im Land einen Rekordstand erreicht. Die Verbindlichkeiten des Staates summierten sich Ende 2012 auf 884 Milliarden Euro.

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          Die spanischen Staatsschulden sind im ersten Regierungsjahr von Ministerpräsident Mariano Rajoy auf die neue historische Rekordmarke von 84,1 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) gestiegen. Wie die Notenbank am Freitag in Madrid mitteilte, beliefen sich die Schulden des Zentralstaates, der Regionen und der Kommunen im Dezember 2012 auf insgesamt 884 Milliarden Euro.

          Das war eine Zunahme um 148 Milliarden gegenüber dem Vorjahr. Seit Einführung der Statistik 1999 wurde noch kein höherer Wert ermittelt. Ende 2011 lag er noch bei 69,3 Prozent.

          Höhere Zinsen und Bankensanierung

          Die Hauptursachen für die Entwicklung waren die höheren Zinsen, die Spanien für seine Neuverschuldung aufbringen musste und die prekäre Finanzlage der Regionen. Zu Buche schlug weiter die Annahme eines Kredites der Europäischen Union zur Sanierung der spanischen Banken in Höhe von rund 40 Milliarden Euro. Zum ersten Mal schloss die Bilanz der Notenbank auch die Garantien der Zentralregierung für die Bezahlung überfälliger Rechnungen der Regionen und Gemeinden bei privaten Dienstleistern, wie zum Beispiel den Apotheken für das staatliche Gesundheitswesen ein.

          Die zum Teil drastischen Einsparungen der Regierung Rajoy konnten wegen fehlenden Wirtschaftswachstums und weiter gestiegener Arbeitslosigkeit die Zunahme der Staatsschulden nicht ausgleichen.

          Rezession macht sich bemerkbar

          Neben der teuren Bankenrettung macht sich auch die Rezession in Spanien bemerkbar. Sie drückt die Steuereinnahmen. Das Bruttoinlandsprodukt der viertgrößten Volkswirtschaft der Euro-Zone dürfte in diesem Jahr mit 1,4 Prozent ähnlich stark schrumpfen wie 2012.

          Die EU-Kommission befürchtet, dass der Schuldenstand in Spanien bis 2014 auf 101 Prozent der Wirtschaftsleistung steigen wird. Zum Vergleich: Für Deutschland wird ein Rückgang auf 78,3 Prozent erwartet. Die EU-Verträge sehen eigentlich eine Obergrenze von 60 Prozent vor.

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