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Eurokrise : Kommt bald die D-Mark zu uns zurück?

  • -Aktualisiert am

D-Mark gegen Euro - was würde die Rückkehr zur eigenen Währung bedeuten? Bild: ddp

Für die einen ist es die Mutter aller Finanzkrisen, für die anderen ohne Alternative: ein Ausstieg Deutschlands aus dem Euro, für den sich eine Mehrheit der Deutschen erwärmt. Ein Zurück zur D-Mark ist zwar teuer, aber machbar.

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          Die Mehrheit der Deutschen ist sich einig: Wären wir doch bei der D-Mark geblieben! Laut einer aktuellen Umfrage von Infratest Dimap denken 57 Prozent der Bundesbürger, dass wir den Euro besser nie eingeführt hätten. Und mehr als jeder Dritte hätte am Liebsten sofort die D-Mark zurück.

          Es sind nicht mehr nur Nostalgiker, die so denken. Zunehmend mischen sich auch eher kühl kalkulierende Menschen unter die Euroskeptiker: Ökonomen, Manager, Unternehmer. Denn einst ist offensichtlich: Der Euro wird für die Deutschen immer teurer. Mit mehr als 30 Milliarden Euro muss Deutschland mittlerweile für die Schulden von Griechenland und Irland einstehen. Ob die Krisenstaaten ihre Schulden je zurückzahlen, ist fraglich. Und welche Länder noch um Hilfe rufen, ist ebenfalls ungewiss. Bei Spanien oder Italien kann es teuer werden – vielleicht zu teuer für das Überleben des Euro. „Ich gehe davon aus, dass einige Länder aus dem Euro austreten werden“, sagt die Göttinger Ökonomin Renate Ohr. Und ist damit nicht alleine. Auch Volker Nitsch, Professor an der TU Darmstadt, der zum Auseinanderbrechen von historischen Währungsunionen geforscht hat, sagt: „Die Wahrscheinlichkeit, dass in nächster Zeit ein Land aus dem Euro aus tritt, ist mit Sicherheit größer als Null. Ich würde sie bei 20 Prozent sehen.“

          Das bisher Undenkbare denken

          Während die Politik höchstens diskutiert, wie viele Rettungspakete wir noch schultern können, sind die Bürger längst weiter. Sie erlauben sich, das bisher Undenkbare zu denken: Die Rückkehr zur Deutschen Mark. Internetforen, die darüber spekulieren und wilde Theorien dazu veröffentlichen, wann es so weit ist, quellen über vor Kommentaren.

          Was der Diskussion fehlt, sind Fakten – und ernst zu nehmende Protagonisten. Bisher wagen es nur Außenseiter oder Ausländer, öffentlich über die D-Mark zu spekulieren. Der amerikanische Star-Ökonom Barry Eichengreen etwa äußerte kürzlich, dass Deutschland als einiges der wenigen Länder der EU seine alte Währung wieder einführen könnte, ohne im Land eine schwere Finanzkrise auszulösen. Der amerikanische Hedge-Fonds-Manager George Soros rief Deutschland sogar schon im Mai dazu auf, die Währungsunion zu verlassen, wenn es seine Politik nicht ändern wolle. Und der Londoner Ökonom Roger Bootle empfiehlt Deutschland seit dem Sommer, die D-Mark wieder einzuführen.

          In Deutschland sind solche Gedanken noch tabu. Ökonomen und Juristen erschrecken, wenn man sie danach fragt, als hätten sie Angst, mit Äußerungen dem Euro den Todesstoß zu versetzen. Und Politiker sind noch empfindlicher. Als die britische Zeitung „The Guardian“ vorige Woche verbreitete, Angela Merkel habe auf einem EU-Gipfel offen mit dem Austritt aus dem Euro gedroht, war alles vorbei. Der Regierungssprecher reagierte schnell und hart: „Nichts an dieser Geschichte ist wahr.“

          „Man kann aus völkerrechtlichen Verträgen immer raus“

          Es ist höchste Zeit, einmal die Angst aus dem Spiel zu lassen und die Optionen nüchtern durchzurechnen. Was würde es bedeuten, die D-Mark wieder einzuführen?

          Zunächst einmal ist da die Frage, ob Deutschland das überhaupt kann. Politiker sagen: „Der Austritt aus dem Euro ist nicht möglich, denn es gibt keinen Vertrag dafür“.

          Darüber kann Volker Nitsch, der Kenner historischer Währungsunionen, nur schmunzeln. „Dass es keinen Vertrag für den Austritt gibt, ist kein Problem. Es sind schon genug Verträge gebrochen worden.“ Es bedürfe lediglich einer Erklärung des Parlaments oder des Regierungschefs, um den Euro zu verlassen. Auch Renate Ohr sieht das als unproblematisch an: „Für den Euro gibt es keine Ausstiegsklausel, aber man kann aus völkerrechtlichen Verträgen immer raus.“

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