Euro-Rettung :
Deutsche Haftung höher als Schäuble angibt

Von Joachim Jahn, Philip Plickert
Lesezeit: 3 Min.
„Fest steht: Einen zweiten Schuldenschnitt für Athen wird es nicht geben“, sagte Wolfgang Schäuble im Juli in Athen.
Die Haftungsrisiken für Deutschland im Zuge der Euro-Rettung betragen insgesamt 122 Milliarden Euro. Das erfuhr die F.A.Z. aus Regierungskreisen. Die Summe liegt damit deutlich über den zuletzt von Finanzminister Schäuble vermeldeten offiziellen Zahlen.

Die offiziellen Zahlen von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) über die deutschen Haftungsrisiken der „Euro-Rettung“ geben nicht die volle Wahrheit wieder. Darauf wird in Regierungskreisen hingewiesen, wie die F.A.Z. erfahren hat. Schäuble hat vergangene Woche in seinem Bericht an den Finanzausschuss des Bundestags zwar die Risiken aus den beiden Rettungsfonds Europäische Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF) und Europäischer Stabilitätsmechanismus (ESM) aufgelistet. Nicht darin eingerechnet sind aber Beiträge aus dem 2010 eingerichteten Europäischen Finanzstabilisierungsmechanismus (EFSM) mit 60 Milliarden Euro Volumen. Der deutsche Anteil an diesem von der EU-Kommission verwalteten temporären Hilfsfonds beträgt rund 20 Prozent. Hinzu kommen bilaterale Kredite an Griechenland, zu denen die Staatsbank KfW bislang 15,2 Milliarden Euro beigesteuert hat.

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